Full text: Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung

Der Völkerbund als internationales Wirtschaftsorgan. 
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zur Abwehr der Angriffe von Unterseebooten geübt wurde, kann als aus 
nahmsweises Mittel, um der Anhaltung durch ein verfolgendes Kriegs 
schiff zu entgehen, hingenommen werden; der systematische und ohne 
Rücksicht auf eine Gefahr angeordnete Mißbrauch neutraler Flaggen ist 
als schwere Völkerrechtswidrigkeit auch weiterhin zu untersagen. 
Sechster Abschnitt. 
Der Völkerbund als internationales Wirtschaftsorgan. 
1. Weltwirtschaft und Völkerbund. 
Wir haben gesehen, daß einzelne Interessen der Teilnehmer an der 
Weltwirtschaft wiederholt erkannt und zum Gegenstände von Einzel- wie 
Kollektivverträgen gemacht wurden. 
Wir haben aber auch gesehen, wie gerade der wirtschaftliche Imperia 
lismus es immer wieder verstand, die bereits vertragsmäßig anerkannten 
weltwirtschaftlichen Interessen auf dem Wege einer Umdeutung des Ver 
trages oder gar seiner Verletzung mit Abfertigung des gefährlichsten Mit 
bewerbers zugunsten seiner selbstsüchtigen Interessen zurückzudrängen. 
Das gewichtigste Hindernis für eine Sicherung der allen Völkern ge 
meinsamen Interessen an der Weltwirtschaft bildet der Wirtschaftskrieg 
selbst. Da der Wirtschaftskrieg nach der Rechtsanschauung einer 
mächtigen Gruppe von Staaten nicht als völkerrechtswidrig zu betrachten 
ist, müssen, wie bereits ausgeführt wurde, Rechtsschranken für seine Be 
grenzung auf das notwendige Maß aufgerichtet werden. Die einzelnen 
Maßnahmen der Sozialisierung, welche die rechtliche Gleich 
heit der tatsächlichen an die Seite stellen wollen, bedürfen erst recht 
eines Organs mit Zwangsgewalt. 
Es haben mehrfache internationale Strömungen die Schaffung eines 
mit Vollzugsgewalt ausgestatteten Organes der Völkergemein 
schaft zur Wahrung der allgem einen Interessen der 
W eltw r irtschaft gefordert. 
Die älteste unter ihnen ist der Pazifismus. Br kann sich darauf 
berufen, daß bereits der Plan eines Vertrages zur Herbeiführung eines 
dauernden Friedens unter den christlichen Souveränen des Abbe Charles 
Irenee de Saint Pierre von 1717 auch die Sicherung des Frei 
handels bezweckte („pour maintenir toujours le commerce libre entre 
les nations ‘, P r u t z, Friedensidee 166). 
Der Krieg, den die Vorschläge der British League of Nations Society 
und der amerikanischen League to enforce peace verhüten wollen, ist aller 
dings nur als ein militärischer gedacht. Doch hat der sogenannte 
konstruktive Pazifismus, der einen dauernden Frieden durch Be 
seitigung oder Hemmung der Kriegsursachen herbeiführen will,
	        
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