Full text: Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung

Innere Mission. 
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zum Nutzen der Unternehmer."*) Sie hat natürlich kein 
Wohlgefallen an solch bewahrender Fürsorge für die Arbeiter; 
denn „Herbergen zur Heimath" sind keine Brutstätten für 
socialistische Umtriebe, und Lehrlinge, die sich der schützenden 
Pflege der „Inneren Mission" anvertrauen, bieten wenig 
Hoffnung, sich als Rekruten sür den Socialismus anwerben 
zu laffen. 
Wir erhalten einen eigenthümlichen Eindruck von 
der gezeichneten Stellung der Social-Demokratie zu den 
herrschenden socialen Nothständen. Sie verheißt aller Noth 
ein Ende machen zu wollen, steht aber nicht an, wirklich 
vorhandene Noth freventlich zu übertreiben, und scheut sich 
nicht, jegliche Abhilfe von wirtlicher Noth geflissentlich zu 
hintertreiben. Sie versucht zwar ihr Verhalten gegenüber 
Allem, was für die Arbeiter geschieht, durch die Behauptung 
zu rechtfertigen, es seien doch alles nur „Palliativmittel", 
die nicht durchgreifend zu helfen vermöchten. Zugegeben, es 
wäre so. Dürfte man dann nicht in solchem Falle von 
Jedem, der an der Beibehaltung der Nothstände kein Interesse 
*) In öffentlicher Versammlung in Stuttgart im Oktober v.J 
versuchte der Agitator Dreesbach auch das Stuttgarter Vereins- 
Haus mit seiner Herberge zur Heimath und mit seiner Lehrlings. 
Herberge als eine gewinnreiche Spekulation zu verdächtigen. Wir 
haben in der nächsten öffentlichen Versammlung im November, 
der Dreesbach nicht anwohnte, da er sich in Untersuchungshaft 
befand, demselben durch seinen Parteigenossen K. Hillmann, Re 
dakteur der „Süddeutschà Volks Ztg." anbieten lassen, für jeden 
Pfennig hundert Gulden zu zahlen, von dem Dreesbach den 
Nachweis liefere, daß er als Gewinn in die Tasche eines Mit- 
glikdes des Vereinshaus-Comitè's geflossen sei. Es sind uns 
bis jetzt noch keine hundert Gulden abgefordert worden. Die 
Zurücknahme der Verdächtigung hat der Agitator bis jetzt noch 
nicht als eine Ehrensache betrachtet.
	        
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