Djr Impeiialismus der übrigen Weltmächte,
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J a p a n.
Der Imperialismus J apans, dessen Häfen und Handelsplätze unter
dem Drucke der Vereinigten Staaten von Amerika seit dem Vertrage vom
31. März 1854 dem Handel anderer Nationen erschlossen wurden, ist durch
die Revolution von 1869—1871 ausgelöst worden. Die Revision der vielfach
ahgenötigten Handelsverträge in den Jahren 1894—1896 brachte die
völlige Aufhebung der früheren Absperrung. Die verhältnismäßig geringe
Ausdehnung des Landes, der Mangel an Rohstoffen, die Übervölkerung im
Zusammenhänge mit der Industrialisierung drängte Japan zur Eroberung
des Eisens und der Kohle der Mandschurei, ebenso wie des Reises und der
Baumwolle von Korea. Das Zusammentreffen mit dem russischen Imperialismus
hatte bereits im Jahre 1912 zu einer Abgrenzung der Interessensphären
in der Mandschurei und Mongolei geführt. Die Politik der
„offenen Tür“ in China, die besonders von der nordamerikanischen Union
betrieben wird, stößt mit der japanischen Ausdehnung zusammen, deren
Übergreifen auf Kalifornien die Union bereits zur Beschränkung der Einwanderung
geführt hat. Der Knox-Uchida-Vertrag vom 21. Februar 1911
hat zwar die wechselseitige Handels- und Niederlassungsfreiheit
im weitesten Umfange gebracht, aber die amerikanische
Begrenzung und Kontrolle der japanischen Einwanderer nach
dem Gesetze vom 20. Februar 1907 ist doch ausdrücklich aufrechterhalten
worden (Strupp, Urkunden 2, 306). Im Weltkriege hat der
japanische Imperialismus zur Besetzung der Karolinen, Marianen, Palauwie
Marschallinseln und Tsingtaus wie Schantungs geführt.
2. Abschnitt.
Das Wesen des wirtschaftlichen Imperialismus.
Der vorhin in seiner Entstehung geschilderte moderne Imperialisn us
bedarf einer tieferen Erforschung seines Wesens und seiner Methoden,,
um zur Erkenntnis seiner internationalen Bedeutung zu gelangen.
Der wirtschaftliche Imperialismus ist das Ringen einer Volkswirtschaft
um einen stetig wachsenden Anteil an der Weltwirtschaft-Es
ist das Streben nicht der einzelnen und nicht der korporativen Träger
der Volkswirtschaft allein, sondern der durch die Staatsgewalt geförderten
und geeinten Volkswirtschaft. Er ist entstanden in einer Zeit, die von
der Staatsgewalt die Lösung der sozialen und wirtschaftlichen
Probleme der Gesellschaft erwartet. Er ist daher, insoferne er als zur
Sicherung der erforderlichen Ein- und Ausfuhr notwendig hingestellt
wird, ein Ausfluß des Staatssozialismus. Der wirtschaftliche Imperialismus
gibt vor, das wirtschaftliche Wohl des Staatsganzen und seiner Glieder