Full text : Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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Dmitrow  und  Werbilki  sogar'  23  W  liegen.  Das  sind  allerdings  Ausnahmen, ­
  da  selbst  Entfernungen  von  14  und  15  W  im  Gouvernement
zu  den  Seltenheiten  gehören.  Die  in  der  Moskauer  Provinz  gelegenen
Strecken  der  11  von  ihrer  Hauptstadt  ausgehenden  Bahnen  haben
eine  Länge  von  1080  W 1 ).  Da  die  Zahl  der  Aufenthaltspunkte  rund  190
beträgt,  so  kommt  auf  nicht  ganz  6  W  eine  Station.  In  sämtlichen
anderen  russischen  Provinzen  ist  die  Zahl  der  Stationen  verhältnismäßig
kleiner,  die  Distanzen  somit  größer.
Mit  mehr  oder  weniger  großen  Einschränkungen  kann  man  die
Stationsdichte  der  zentralrussischen  Gouvernements *  2 )  mit  der  der
nordöstlichen  Provinzen  Preußens  vergleichen.  Freilich  bleibt  die
Tatsache,  daß  selbst  im  Gouvernement  Moskau,  wenn  auch  an  seiner
Peripherie,  Stationsdistanzen  von  18—23  W  vorhanden  sind,  in  Preußen
(und  in  Deutschland)  ohne  Parallele 3 ).
Die  Stationsverhältnisse  im  südlichen  Großrußland,  und  den  anschließenden ­
  kleinrussischen  und  politischen  Distrikten  mögen  einige
Beispiele  beleuchten.  Die  große  Südbahn 4 )  hat  auf  den  Strecken  Serpuchow—Tula
  (89  W)  10,  Tula  —Orel  (176  W)  18,  Orel—Kursk  (144  W)
13  Stationen,  so  daß  auf  der  502  W  (535  km)  langen  Hauptstrecke
Moskau—Kursk  57  Haltepunkte  liegen.  Die  durchschnittliche  Entfernung ­
  von  Station  zu  Station  beläuft  sich  also  auf  9  W  und  ist  somit
ungefähr  gleich  der  Durchschnittsdistanz  auf  der  etwas  längeren  Strecke
Eydtkuhnen—Königsberg—Kreuz  (554  km) 5 ).  Auf  der  Moskau-Kursker
4 )  Es  sind  nicht  berücksichtigt  die  Moskauer  Ringbahn  und  einige  ganz  kleine
Nebenbahnen.
2 )  Moskau,  Smolensk,  Kaluga,  Tula,  Rjäsan,  Orel,  Tambow,  Pensa.,  Die
Stationsdistanz  beträgt  in  diesen  Provinzen  etwa  8—9  W.  Im  nordöstlichen
Preußen  kommt  auf  7  km  eine  Station.
3 )  Im  östlichen  Deutschland  sind  16  km  lange  Strecken  jetzt  die  längsten
aufenthaltlosen  Trassen.  Es  sind  die  Strecken  Laskowitz—Warlubien  an  der
linksuferigen  Weichselbahn,  Weißwasser—Rietschen  an  der  Berlin-Görlitzer  Bahn,
sowie  Forst—Teuplitz  (15,9  km)  in  der  Lausitz.  Im  nordwestlichen  Deutschland
ist  die  Strecke  Dransfeld—Göttingen  (15,6  km),  im  westlichen  Deutschland  die
durch  den  Wald  „Bürge 1 '  gehende  Linie  Düren—Elsdorf  (15  km)  die  längste  aufenthaltlose ­
  Strecke.  Im  südlichen  Deutschland  gibt  es  überhaupt  keine  offenen
Strecken  von  15  oder  mehr  km.
4 )  Die  in  der  Moskauer  Provinz  gelegene  Strecke  Moskau  —  Serpuchow  hat
bei  93  W  16  Haltepunkte.
5 )  Während  auf  den  später  gebauten  Nebenbahnen  in  Ostdeutschland  größere
Distanzen  von  vornherein  seltener  waren,  sind  auch  auf  den  ostdeutschen  Hauptbahnen ­
  die  bedeutenderen  Stationsentfernungen  durch  Einschiebung  neuer  Haltepunkte ­
  herabgemindert  worden.  So  sind  auf  der  Strecke  Eydtkuhnen—Kreuz
den  vorhandenen  58  älteren  Stationen  11  weitere  hinzugefügt  worden.  Immerhin
sind  auf  der  Linie  auch  heute  noch  20  über  10  km  lange  stationsfreie  Strecken
vorhanden.  Von  allen  deutschen  Gauen  hat  Ostpreußen  die  größte  Zahl  längerer
aufenthaltloser  Strecken  (34  von  10  km  und  darüber).  Dann  folgt  das  größere,
bevölkertere  und  verkehrsreichere  Brandenburg  (29).
            
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