Full text : Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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System  der  Norddwina  und  des  nordwestlichen  Seengebiets  anknüpft.
So  war  das  Gebiet  der  Dwina,  das  vom  zentralrussischen  Industriegebiet
auf  der  Wasserstraße  nur  sehr  beschwerlich  und  auf  großen  Umwegen
zu  erreichen  war,  an  die  Bahn  angeschlossen.
Größere  Bedeutung  erhielten  die  von  Moskau  in  südöstlicher  Richtung ­
  ausstrahlenden  Linien.  Zwar  konnte  die  Moskau-Rjäsan-Saratower
Gesellschaft  ihre  Aufgabe  ebensowenig  durchführen  wie  die  Große
Russische  Bahngesellschaft  und  nur  die  Strecke  Moskau—Rjäsan  1864
eröffnen,  die  spätere  Hauptlinie  der  Kasaner  Bahn.  Eine  weitere  Gesellschaft ­
  baute  die  Strecke  Rjäsan—Rjashsk—Koslow  (1866):  sie  ist  die
Stammlinie  der  Rjäsan-Uralsker  Bahn  geworden.  Eine  dritte  Gesellschaft, ­
  die  Koslow-Woronesh-Rostower,  die  spätere  Südostbahn,  deren
wichtigste  Strecke  die  Stammlinie  geblieben  ist,  setzte  sie  südwärts
fort  und  erreichte  1868  über  Grjasi,  eine  Kleinsiedlung,  die  früh  ein
wichtiger  Knotenpunkt  wurde 1 ),  Woronesh,  im  Jahre  1870  Liski.  Während ­
  das  Zwischenstück  Liski—Millerowo—Lichaja—Gruschewka  1871
eröffnet  wurde,  war  die  Strecke  Gruschewka—Aksaisk,  welche  die  Bergwerke ­
  von  Gruschewka  mit  dem  Don  verband,  durch  die  Donkosaken
bereits  1864  und  auch  die  kurze  Strecke  Aksaisk—Rostow  1868  fertiggestellt ­
  worden.  Ursprünglich  war  wohl  eine  neue  Verbindung  mit
Rostow  nicht  beabsichtigt  worden.  Ein  zuerst  in  östlicher  Richtung
beschlossenes  Unternehmen  w.uchs  sich  zu  einem  südlich  gerichteten  aus.
Der  Gedanke  neuer  Verbindungen  mit  dem  Osten  wurde  aber  auch  nach
dem  Versagen  der  Saratower  Gesellschaft  weiter  verfolgt.  Sie  konnten
dazu  an  die  im  Entstehen  begriffene  Südostlinie  anknüpfen,  ohne  daß
sich  zunächst  die  Notwendigkeit  ergeben  hätte,  eine  neue  Bahn  von
Moskau  anzulegen.  Auch  das  Saratower  Projekt  ging  seiner  Vollendung
entgegen,  indem  die  Linie  von  Koslow  bis  Tambow  von  der  gleichnamigen
Gesellschaft  1869,  die  Strecke  bis  Umjet  1870,  bis  Saratow  1871  von
der  Tambow-Saratower  Bahn  durchgeführt  wurde.  Fast  um  dieselbe
Zeit,  bis  Borissoglebsk  bereits  1869,  kam  die  Linie  Grjasi-Zarizyn  zustande, ­
  der  man  eine  namhafte  militärpolitische  Rolle  zusprach,  da  sie
die  Truppen  aus  dem  Innern  und  dem  Westen  an  den  Kniepunkt  der
unteren  Wolga  beförderte,  von  wo  aus  verhältnismäßig  schnell  die
zentralasiatischen  Besitzungen  zu  erreichen  waren.  Der  Zarizyner
Bahn  kam  auch  insofern  eine  gewisse  Bedeutung  zu,  als  sie  lange  Zeit
die  einzige  Bahn  war,  die  den  Südosten  des  Reiches  mit  dem  Zentrum
verband.  Eine  weit  bevorzugtere  Stellung  im  großen  Verkehr,  eine
Stellung,  die  man  damals  freilich  gar  nicht  ahnen  konnte,  zumal  man
zunächst  nur  an  einen  einseitig  gerichteten  Zweck  der  Linie  dachte,
sollte  endlich  die  in  Rjashsk  ansetzende  Trasse  erhalten.  Schon  1867

1 )  Bereits  im  gleichen  Jahre  wurde  durch  die  Orel-Grjasigesellschaft  eine
Zweigbahn  nach  Jelez  eröffnet  und  1870  nach  Orel  fortgeführt.
            
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