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dem Strom entlang nach Archangelsk in Angriff nahm, den man angeb
lich noch im Jahre 1915 fertigstellen wollte. Die Transporte können
dann von Archangelsk auch über den Weg Kotlas—Wjatka zu den
westlichen Teilen des Reiches gehen. Mit diesem wesentlichen Umweg
ist von vorneherein der Vorteil russischer Einheitsspur verbunden. 1 )
Ohne die mit elementarer Wucht nach neuen Verkehrswegen durch
brechende Forderung, um so die Küste des Weißen Meeres von möglichst
vielen Seiten zugänglich zu machen und auszunutzen, kann man es immer
hin als fraglich bezeichnen, ob die Dwinabahn gebaut worden wäre.
Aber auch die Hafenverhältnisse von Archangelsk erwiesen sich,
obwohl auch Seedampfer die 18 km oberhalb der Mündung des Flusses
in das Meer gelegene Stadt bequem erreichen können, als ungenügend.
Der Ministerrat bewilligte deshalb im Februar 1915 einen Kredit für die
Vorarbeiten zum Bau einer Bahn aus dem Gebiet der Nordbahn Wo-
logda—Archangelsk bis zu einem Punkte, der als Seehafen für Archangelsk
gewählt werden soll. Man begründete diesen Bahnbau vor der Öffent
lichkeit damit, daß er den Zweck habe, dem russischen Handel dauernd
einen freien Seeweg zu sichern, eine Begründung, die der Wirklichkeit
nicht entsprechen dürfte, obwohl die Frage nach eisfreien Häfen unter
Benutzung der ungeheuer starken Eisbrecher nicht mehr so ganz ungelöst
erscheint. Glaubt man doch annehmen zu können, daß es durch die
Verlegung des Hafens von Archangelsk nach Lapomusha, dem zu
künftigen Seehafen, möglich werde, die Schiffahrt während 10 Monate
im Jahre aufrecht zu halten, was freilich sicher übertrieben ist. Aber
man will durch den triumphierenden Hinweis auf die Eisfreiheit russischer
Häfen und den „dauernd“ freien Seeweg die skandinavische Öffentlich
keit einlullen, für die die Gefahr, daß Rußland nach Narwik streben
könnte, nicht beseitigt ist * 2 ). Denselben Zweck verfolgt auch ein anderer,
noch großartigerer Plan. Auch er ist nicht neu. Sprach man doch
schon 1869 von dem Bau einer Bahn von Petersburg zum Weißen Meer
und hatte man sogar bereits damals die Weiterführung über die Halbinsel
x ) Auch die den Archangelsker Fluß- und den Kotlaser Bahnverkehr über
nehmende Hauptlinie Wjatka—Wologda—Petersburg war im Sommer 1915 durch
die Gütertransporte .so überlastet, daß man im August bereits an die Neuanlegung
einer weiteren Strecke dachte.
2 ) Bezeichnend ist das Vordringen des russischen Einflusses in den norwegi
schen Finnmarken, der auf dem Landwege eine 10 m breite Strasse in der Richtung
nach Lyngen zu erreichen sucht. So soll dort die russische Flagge in allen Fisch
plätzen vorherrschen. Mit der Einwanderung russischer Kaufleute bürgert sich
die russische Geschäftssprache ein. Norwegische Blätter behaupten sogar schon,
sicherlich übertrieben, daß der norwegische Handel vom russischen drohe erstickt
zu werden. — Vielleicht steht den beiden binnenwärts weit nach Norden geführten
finnischen Bahnen noch die Erfüllung einer größeren Aufgabe bevor. Denn es
ist nicht anzunehmen, daß ihre jetzigen Endpunkte, Kajana und Nurmes, dauernde
bleiben. Es ist ja immerhin zu befürchten, daß die teilweise der Küste entlang
gestreckte Bahn Uleäborg—Torneä zerstört werden kann.