Full text: Oekonomik der Transformationsperiode

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bürgerliche Wissenschaft behauptet, die sie deswegen verewigt, 
weil sie die kapitalistische Produktionsweise verewigt.*) 
Außer diesem Grundmerkmale der Marxschen Methode muß 
noch eine methodologische hervorgehoben werden, die man be 
dingt als Postulat des Gleichgewichtes bezeichnen kann. Wir 
müssen diese Methode besonders ausführlich behandeln in An 
betracht ihrer außerordentlichen Wichtigkeit einerseits und 
ihrer Verkennung in den üblichen Darstellungen der Marxschen 
Lehre andererseits. 
Zur theoretischen Erfassung des kapitalistischen Systems 
der Produktionsverhältnisse geht Marx von der Tatsache ihrer 
Existenz aus. Existiert einmal dieses System, so werden — ob 
gut oder schlecht — die gesellschaftlichen Bedürfnisse befriedigt, 
wenigstens in einem solchen Grade, daß die Menschen nicht nur 
nicht aussterben, sondern leben, arbeiten und sich vermehren. 
In der Gesellschaft mit gesellschaftlicher Arbeitsteilung — und 
die kapitalistische Warengesellschaft setzt das letztere voraus — 
bedeutet dies, daß ein bestimmtes Gleichgewicht des ganzen 
Systems vorhanden sein muß. In nötigen Massen produziert man 
Kohle, Eisen, Maschinen, Kattune, Leinwand, Brot, Zucker, 
Stiefel usw. usw. In nötigen Massen wird zur Erzeugung all 
dessen die entsprechende Menge der lebendigen menschlichen 
Arbeit verwandt, die die nötigen Massen von Produktionsmitteln 
benutzt. Hier können allerlei Abweichungen und Schwankungen 
eintreten, das ganze System erweitert sich, kompliziert, entwickelt 
sich, befindet sich in beständiger Bewegung und Schwankung, be- 
harrt aber im großen und ganzen in einem Zustand des Gleich 
gewichts.**) 
Die Auffindung dieses Glcichgewichtsgesetzcs bildet das 
*) Ueber diese methodologischen Grundsätze vergl. unsere Arbeit: 
„Die politische Oekonomie des Rentners”. 
**) Vergl. Engels' Polemik gegen Rodbertus in der Einleitung zu Marx' 
„Elend der Philosophie".
	        
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