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Also: die Reorganisation der Produktionsverhältnisse des
Finanzkapitals ging in der Richtung zur staatskapitalistischen
Universalorganisation, mit der Aufhebung des Warenmarktes, mit
der Verwandlung des Geldes in eine Zähleinheit, mit der im
Staatsmaßstab organisierten Produktion, mit der Unterordnung
des ganzen „volkswirtschaftlichen“ Mechanismus unter die Ziele
der Weltkonkurrenz, d. h. vor allem unter die des Krieges.
Bei der obigen Analyse haben wir die organisatorischen
Formen betrachtet, mit deren Hilfe die kapitalistische Struktur
der einzelnen Länder sich an die neuen Existenzbedingungen des
ganzen Weltkapitalismus anpaßte. Aber wir betrachteten alle Ver
änderungen unter dem Gesichtswinkel der Ueberwindung der
Produktionsanarchie. Nun sollen einige Worte über die soziale
Anarchie gesagt werden. Die Gesamtheit der Produktionsver
hältnisse umfaßt ja nicht nur die Beziehungen zwischen den nach
Unternehmen organisierten Menschen allein; es besteht auch eine
andere Differenzierung dieser Produktionsbeziehungen, insofern
wir von Beziehungen zwischen den Klassen reden. Folglich
müßte auch in dieser Richtung eine Umgestaltung der Be
ziehungen stattfinden, denn sonst wäre das ganze System im
höchsten Grade labil und kurzbefristet. Die Bedürfnisse des
Krieges spielten auch hierbei eine gewaltige Rolle, Denn die
Mobilmachung der Proletarier und ihrer Köpfe für den Krieg und
im Namen des Krieges war für die imperialistische Kriegsführung
eine ebenso notwendige Voraussetzung wie die Mobilisierung der
materiellen Produktion.
Der Prozeß der Ueberwindung der Produktionsanarchie hatte
zu seinem Ausgangspunkt die bereits vom Finanzkapital ausge
arbeiteten Organisationselemente. Genau so mußte auch der
Zentralisation der Produktion und einer Entstehung neuer kapitalistischer
Organisationen begleitet war. Denselben Irrtum — mutatis mutandis — be
ging auch Engels, als er von den Syndikaten und Trusts sprach. Dieser
Fehler darf jetzt nicht wiederholt werden.