Full text : Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

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III.  HAÜPTTEIL.

Fachverbände.  Jedoch  führte  solches  Vorgehen  nur  selten
zu  größeren  Erfolgen.
Einen  noch  erweiterten  Aufgabenkreis  hat  sich  die
Vereinigung  der  Handel-  und  Gewerbetreibenden  und  der
freien  Berufe  in  Württemberg  gezogen.  Sie  zählte  am
1.  September  1920  etwa  150  Mitglieder  und  sucht  diese
in  geschäftliche  Beziehung  zueinander  zu  bringen.
Das  Schwergewicht  liegt,  wie  betont,  bei  allen  diesen
auf  der  gleichen  Berufsbasis  aufgebauten  Vereinigungen
im  Kampf  um  die  Wiedererlangung  oder  Entschädigung
verlorener  Güter,  Rechte  und  Interessen.
b)  SIEDELUNGSUNTERNEHMUNGEN.
Im  Gegensatz  hierzu  erfolgten  zur  selben  Zeit  Zusammenschlüsse ­
  unter  den  Vertriebenen,  deren  Ziel  es
war,  durch  Zusammenfassung  gleich  gerichteter  Kräfte
ohne  Unterschied  des  Berufes  den  Neuaufbau  der  Existenz
zu  ermöglichen.  Hier  waren  nicht  Beruf  und  Gleichartigkeit ­
  der  Verluste  bestimmend,  sondern  nur  das  gleiche
Wollen  für  die  Zukunft.
Neben  dem  Mangel  an  Arbeits-  und  Erwerbsmöglichkeit ­
  litten  die  Flüchtlinge  vor  allem  unter  der  Wohnungsnot. ­
  Schon  im  März  1919  fanden  sich  in  Freiburg  einige
Flüchtlinge  zusammen,  die  durch  die  Landesgruppe  Baden
des  Hilfsbundes  an  alle  vertriebenen  Elsaß-Lothringer  einen
Aufruf  zum  Zusammenschluß  zwecks  Gründung  einer  neuen
Heimstätte  im  Reich  ergehen  ließen.  Die  Hoffnung,  ein
neues  Heim,  womöglich  durch  ländliche  Ansiedelung  einen
neuen  Wirkungskreis  zu  finden,  führte  Angehörige  der
verschiedensten  Berufe  zusammen.  Am  21.  Mai  1919  wurde
in  Preiburg  eine  gemeinnützige  Siedelungsgenossenschaft
vertriebener  Elsaß-Lothringer  gegründet  (80  Mitglieder).
Kurze  Zeit  danach  schlossn  sich  vertriebene  Elsaß-Lothringer
  in  Frankfurt  a.  M.  zu  einer  Siedelungsgenossenschaft ­
  zusammen.
In  verschiedenen  Ortsgruppen  des  Hilfsbundes  waren
Bestreb  ungeien  zur  Gründung  von  Siedelungsgenossenschaften ­
  im  Gange.  Aber  die  ungeheuren,  geradezu  unüberwind-
            
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