Full text: Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

WANDERENGSVEHLAUF UND GETROFFENE MASSNAHMEN. 127 
für Arbeiter durch die Zentralfürsorgestelle Essen und 
die Provinzialfürsorgestelle Münster i. W. geleistet worden. 
In der Hauptsache blieb jedoch die Arbeitsvermittlung den 
ausführenden Organen der Dauerfürsorge überlassen. 
Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß in den 
Fürsorgerichtlinien die Arbeitsbeschaffung für die Ver 
triebenen als die wichtigste Aufgabe der Dauerfürsorge be 
zeichnet wird. 
Einzelne Fürsorgestellen haben auf diesem Gebiet mit 
gutem Erfolg gearbeitet. 
So hat die Reichszentralstelle in Freiburg als zentrale 
Fürsorgestelle für Baden — vom Roten Kreuz mit der 
Dauerfürsorge in Baden beauftragt — einen mustergültigen 
Arbeitsnachweis eingerichtet. Ihre erfolgreiche Tätigkeit 
zeigt sich in folgender Aufstellung: 
Allein in Freiburg wurden 
.. März 1920 
vom 1. 
Februar 1919 bis 
angemeldet 
Arbeit vermittelt 
Berg- und Industriearbeiter 
241 
158 
landwirtschaftliche Arbeiter 
61 
48 
häusliche weibliche Dienstpersonen 
128 
87 
kaufm. u. techn. Angestellte 
468 
145 
verschiedene Berufe 
347 
147 
1245 
585 
Allen Fürsorgestellen bis herunter zu den Orts 
ausschüssen des Roten Kreuzes wurde der Arbeitsnachweis 
zur Pflicht gemacht, ebenso sollte überall bei den Wohnungs 
ämtern für die Flüchtlinge eingetreten werden. Aber 
die Weise, wie die Reichszentralstelle mit ihrem großen 
Beamtenapparat Vorgehen konnte, kam hur für wenige 
andere Stellen in Betracht. Im allgemeinen stellten die 
Fürsorgeausschüsse die Bedürftigkeit der bei ihnen um 
Hilfe bittenden Flüchtlinge fest und unterstützten sie 
dann, bis sie Arbeit und Wohnung von sich aus ge 
funden hatten. 
Tätige Mitarbeit am Wiederaufbau der zerstörten Exi 
stenzen über Wohnungs- und Arbeitsvermittlung hinaus 
etwa in Form der Beteiligung an Siedelungsunternehmungen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.