Full text : Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

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III.  HAÜPTTEIL.

Diese  Entschädigungsfrage  ist  bis  heute  nicht  in  der
richtigen  Weise  gelöst  worden.  Das  erkennen  wir  aus
dem  Umstand,  daß  die  Fürsorge  für  die  Vertriebenen  durch
Unterstützungen  in  Geld  und  Naturalien  von  seiten  des
Roten  Kreuzes  noch  heute  den  bereits  besprochenen  Umfang ­
  hat.
b)  HAU8RATBB8CH  AFFÜNG.
Die  Fürsorge  für  die  vertriebenen  Elsaß-Lothringer
durch  Unterstützungen  in  Geld  und  Naturalien  durfte  nur
ein  Notbehelf  sein,  ihre  Eingliederung  in  unser  Wirtschaftsleben ­
  das  Ziel.  Die  Arbeitsvermittlung  genügte  angesichts
der  trostlosen  Lage  der  Flüchtlinge  nicht.  Auch  die  Angehörigen
  der  Berufe  und  Klassen,  deren  Besitz  nur  gering
ist,  und  die  sich  vollkommen  aus  dem  täglichen  Erwerb,
den  sie  durch  ihre  Arbeitskraft  erzielen,  ernähren,  Arbeiter
und  Angestellte,  hatten  zum  mindesten  ihren  Hausrat  eingebüßt. ­
  So  kam  es  schon  in  den  ersten  Monaten  der  Ausweisungen, ­
  als  die  Arbeitsvermittlung  für  die  Flüchtlinge
in  größerem  Umfange  einsetzte,  häufig  vor,  daß  Arbeiter
undAngestellte  die  angebotene  Arbeitsstelle  nicht  annehmen
konnten,  weil  ihnen  trotz  Wohngelegenheit  aus  Mangel
am  nötigsten  Hausrat  ein  dauernder  Aufenthalt  mit  ihrer
Familie  in  der  Nähe  der  Arbeitsstätte  unmöglich  war.  Der
Verlust  des  Hausrats  war  für  die  Angehörigen  aller  Berufe ­
  und  Klassen  gleich  schwer  und  fast  allen  Flüchtlingen ­
  gemeinsam.  So  trat  dieser  Mangel  an  Hausrat  am
raschesten  und  schärfsten  in  Erscheinung.  Zum  Teil  hatten
die  Flüchtlinge  ihre  persönliche  Habe  vor  dem  Verlassen
Elsaß-Lothringens  zu  Schleuderpreisen  verkauft.  Den
meisten  war  sie  beschlagnahmt  worden,  nnd  die  Franzosen
begannen  bereits  im  Frühjahr  1919  in  einzelnen  Fällen  mit
der  Liquidation  dieser  sequestrierten  Güter.  Am  niederdrückendsten
  war  für  die  Mehrzahl  der  Flüchtlinge  die
Ungewißheit,  ob  sie  mit  der  Wiedererlangung  ihrer  Fahrnis
oder  mit  dem  endgültigen  Verlust  zu  rechnen  hatten.
Französische  Einquatierung  war  in  die  unbewohnten,  unter
Sequester  stehenden  deutschen  Wohnungen  gelegt,  so
            
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