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Die Gesamtwirtsohaft.
falten soll, die — insbesondere in der Gegenwart ■—■ ein wertvolles Hilfsmittel darstellt,
die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen und zu fördern. Mit der Anerkennung
dieser Grundlagen rückt der Nationalsozialismus weit vom marxistischen
Sozialismus ah, der das Heil in einer zentralistisch-bürokratischen Lenkung der
Produktion sah. Der nationalsozialistische Staat will nicht selbst Wirtschaft
treiben, sondern die Wirtschaft führen.
Diese Grundeinstellung bedeutet weiter, daß grundsätzlich an der freien Marktwirtschaft
festgehalten wird. Dazu gehört der freie Wettbewerb. Es wird ausdrücklich
betont, daß dieser — von seinen Entartungserscheinungen her gesehen
— nicht etwa als ein notwendiges Übel anzusehen sei, sondern für die Bestgestaltung
der Wirtschaft als wertvoll zu gelten habe. Natürlich gilt auch hier der Grundsatz
des fair play und der immer gegenwärtige Gedanke an die Auswirkungen auf
die Gesamtheit. Man kann daher die nationalsozialistische Wirtschaft im Gegensatz
zur freien Marktwirtschaft als eine veredelte Marktwirtschaft bezeichnen.
Die Veredelung kommt darin zum Ausdruck, daß der nationalsozialistische Staat
die Preisbildung so gestalten will, daß sie wieder mehr den volkswirtschaftlich
richtigen Preis zum Ausdruck bringt. Jedenfalls sollen diejenigen, die als Personen,
Wirtschaftsbetriebe und sonstige Stellen hinter den anonymen Größen von
Angebot und Nachfrage stehen, in ihren Handlungen bei der Preisfestsetzung auf
dieses Ziel Rücksicht nehmen: fürwahr eine große Aufgabe, deren Lösung innigst
zu wünschen ist, aber nicht leicht sein wird. Sie setzt nicht nur genaue Kenntnis
des Marktes, der Preisbildungsvcrgänge und den guten Willen aller Beteiligten,
sondern auch die Berücksichtigung der weltwirtschaftlichen Verflechtungen voraus.
(Vgl. die besonderen staatlichen Maßnahmen zur Preispolitik in der Landwirtschaft
im Anhang.)
Auf diesen Grundlagen, die der nationalsozialistische Staat der Wirtschaft
stellt, soll sich die Leistung des einzelnen in der Wirtschaft wieder voll entfalten.
Das Leistungsprinzip gehört zum wesentlichen Merkmal der nationalsozialistischen
Wirtschaftsauffassung; jeden anzuspornen, sein Bestes zu geben und hierfür die
Voraussetzungen zu schaffen. Dieser Einstellung entspricht es, wieder mehr den
Sinn und Segen der Arbeit zu betonen und nicht nur die äußeren Bedingungen für
die Arbeit sicherzustellen, wie es bisher häufig in einseitigerWeise geschehen ist.
Und das letzte: wenn auch die einzelnen Wirtschaftsbetriebe (wie jeder einzelne
Volksgenosse) unter dem Leitsatz vom Gemeinnutz handeln sollen, so soll und
kann nicht gemeint sein, daß damit nun die unmittelbaren Ziele des Wirtschaftsbetriebs
: die Rentabilität und die Wirtschaftlichkeit aufgehoben seien. Was insbesondere
die Rentabilität anlangt, so bleibt das Gewinnstreben und die Kapitalrechnung
in Kraft. Ihre Anwendung und Durchführung finden jedoch in der
Rücksichtnahme auf die Erfordernisse der Gesamtheit eine Grenze; die schrankenlose
Selbstsucht wird dem Dienst an der Volksgemeinschaft untergeordnet.
Man wird zu beachten haben, daß im Grunde genommen die Rentabilität ein Ausdruck
dafür ist, daß auch ein gesamtwirtschaftlicher Erfolg, die Befriedigung von
Bedürfnissen durch die in den Wirtschaftsbetrieben erstellten Güter, eingetreten
ist. Darüber hinaus wird es nicht immer leicht sein (wegen der Verwickeltheit der
wirtschaftlichen Beziehungen zu den anderen Gebieten des Gemeinschaftslebens)
zu erkennen, was als Gesamtnutzen anzusehen ist und worin die Gefährdung
besteht. Vor allem wird es nicht immer leicht sein, den Zusammenklang zwischen
den Notwendigkeiten des Wirtschaftsbetriebes und dem Leitsatz: Gemeinnutz
geht vor Eigennutz zu finden. Man wird wohl jeden Pall gesondert beurteilen
müssen.
Indem der nationalsozialistische Staat der Politik wie der Wirtschaft ein
oberstes Ziel setzt: Dienst an der Volksgemeinschaft, erhält zugleich das viel um