Erwerbswirtsohaft und Unternehmung.
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sonst üblich sind, so bedeutet dies einen Anreiz für andere Wirtschaften, an einer solchen
Gelegenheit teilzunehmen. Sei es, daß neue Wirtschaften ins Lehen gerufen werden oder bestehende
Wirtschaften zu der Herstellung der gewinnverheißenden Güter übergehen; auf diese
Weise kommt von selbst ein Ausgleich zustande, von dem zugleich die Käufer einen Vorteil
haben können. Wenn von hohen Gewinnen die Rede ist, wird häufig auch übersehen, daß die
Gewinne das Ergebnis einer riskanten Tätigkeit, eben einer Unternehmung, sind und daß an
ihrer Stelle leicht hätten Verluste eintreten können. Anders liegen die Dinge freilich, wenn die
Unternehmung dazu mißbraucht wird, den regelnden Wettbewerb am Markt auszusohließen
und durch Verabredung hoher Preise ungerechtfertigte Gewinne einzuheimsen (Kartelle, Monopole).
Dann ist der Schuldige hier zu suchen und nicht in der Unternehmung als solcher.
Allerdings ist bei der kapitalistischen Unternehmung ■— noch mehr als bei der
gewöhnlichen Erwerbswirtschaft — die Gefahr vorhanden, daß das sachliche Streben
nach Gewinnerzielung auf die beteihgten Menschen so abfärbt, daß sie zu
bloßen Geldverdienern werden, die in ihrem Betrieb nichts anderes als eben ein
Mittel zum Geldverdienen sehen. Selbst wenn man die krassen Eälle, wo Wirtschaftsführer
ihre Geldkrankheit vor Gericht öffentlich bekennen mußten, außer
acht läßt, muß man feststellen, daß dieser kapitahstische Geist weite Kreise der
Wirtschaft ergriffen hat und sich von hier aus auf das Gemeinschaftsleben ungünstig
auswirkt. Doch tut man auch in dieser Beziehung der Unternehmung unrecht,
wenn man ihr allein den Vorwurf macht, daß sie diese Entwicklung hervorgerufen
habe; schuld sind die Personen, die sich mit ihrer Seele soweit von dem Gewinnstreben
haben einfangen lassen, und diejenigen, die —- ohne Zusammenhang
mit dem Betrieb — verkünden, daß es in der Unternehmung allein auf das Geldverdienen
ankomme.
Ähnliche Mißverständnisse unterlaufen bei der weiteren Streitfrage, daß es
nicht auf den Gewinn, sondern auf die Wirtschaftlichkeit ankomme: oberstes Ziel
der Wirtschaft solle nicht die Gewinnerzielung sein, sondern die Wirtschaft müsse
nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit arbeiten. Es ist schon oben ausgeführt
worden, daß dem Begriff der Wirtschaftlichkeit eine Bedeutung beigelegt wird, die
mit seinem eigentlichen Sinn nichts zu tun hat, sondern ihm aus der Erfahrung gewissermaßen
zugewachsen ist: das Prinzip des besten Weges zum besten Erfolg,
ein Prinzip, das in allen Bereichen des menschlichen Lebens zur Anwendung gelangen
kann. Diese Wirtschaftlichkeit ist bei der kapitalistischen Unternehmung
gewahrt, wenn ein gegebener Gewinn mit verhältnismäßig geringem Kapital oder
mit einem gegebenen Kapital ein hoher Gewinn erzielt worden ist. Soweit ist die
Rentabilität der Ausdruck für die Wirtschaftlichkeit in der Unternehmung, wobei
zu beachten ist, daß die ihr zugrundeliegenden Größen aus Preisen und Löhnen
bestehen, die die Einkommen anderer Personen oder die Gewinne anderer Wirtschaften
bilden oder berühren. Etwas anderes ist es mit der Wirtschaftlichkeit, die
im Bereiche des Betriebes zu beobachten ist oder hier beobachtet werden sollte. Die
Aufgabe des Betriebes ist die Herstellung jener Güter, die—von der Unternehmung
gesehen — einen Geldüberschuß erbringen. Im Betriebe kommt es auf die beste
Art an, diese Güter herzustellen: und das ist die Wirtschaftlichkeit im Betriebe.
An diese Wirtschaftlichkeit hat man zu denken, wenn von Wirtschaftlichkeit
schlechthin die Rede ist. Leider haben wir keinen besonderen Ausdruck für die
Betriebs-Wirtschaftlichkeit, die der Unternehmungs-Wirtschaftlichkeit gleich:
Rentabilität gegenübergestellt werden könnte. (Wir werden im nächsten Abschnitt
hierauf noch einmal zurückkommen.)
Das Doppel der Wirtschaft (Unternehmung und Betrieb) löst auch den scheinbaren Widerspruch,
der in der Theorie und Praxis bei E o r d liegt, wenn dieser auf der einen Seite als Ziel
der Wirtschaft den Dienst am Kunden predigt und auf der anderen Seite gerade er — einer
der Höchstbesteuerten in USA. ist oder war. „Dienst am Kunden“ leistet sein Betrieb, der mit
unerhört technischen und kaufmännischen Neuerungen ein Erzeugnis liefert, das weiten Anklang
findet; „möglichst hoher Gewinn“ erbrachte seine Unternehmung, indem der Preis
für das einzelne Auto nur insoweit gesenkt wurde, als es erforderlich war, um die Steigerung