Full text: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Wesen und Aufgabe der Organisation. 
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gemeinsam zusammenfaßt. Dann der Typ, der jede einzelne Funktion scharf 
trennt und je einer besonderen Person oder einer Stelle anvertraut. Wilbois hat 
sie als den keimhaften Punktionstyp (type fonctionel ebauche) und den ausgebil 
deten Punktionstyp (type fonctionel acheve) bezeichnet 1 . Als eine Verbindung 
beider kann der Typ des Punktionsstabes angesehen werden, dem in der Praxis 
aus vielen Gründen (die später zu erörtern sein werden) besonders in Großbetrieben 
der Vorzug gegeben wurde. Hier sind zwar die Punktionen an sich in einer Hand 
vereinigt, jedoch ist durch Beauftragung besonderer Organe (Sekretariate, Fach 
referenten) eine eingehendere Bearbeitung gewährleistet. 
Zum Schluß sollen einige Beispiele aus der Praxis angeführt werden. Die 
Pläne, bei denen die Punktionen symbolisch dargestellt sind (Abb. 1 [siehe Abbil 
dungsbeilage hinter S. 144] und 2 [s. S. 1X4/5]) 1 2 zeigen deutlich die innige Ver 
quickung von Aufgaben und Aufgabenträgern durch die Funktionen und sind als 
der im Augenblick höchste Stand der Darstellung dieses Fragenbereiches, dessen 
Entwicklungsweg und verschiedene Möglichkeiten Nordsieckan einigen anderen 
Bildern veranschaulicht 3 , anzusprechen. Ihre allgemeine Anwendungsmöglich 
keit ist ebenso aus den Bildern zu ersehen wie die Notwendigkeit, sie auszubauen, 
vor allem in der Symbolik zu verfeinern und mnemotechnisch zu verdeutlichen. 
Zu ersehen ist ferner auch das Bestreben, Mensch und Aufgabe über die Punk 
tion in Einklang zu bringen, d. h. jedem Aufgabenträger eine Funktion einer Auf 
gabe zu übertragen und die notwendige Zusammenarbeit und Ausrichtung auf 
den letzten Betriebszweck durch die Auswahl der Punktionen selbst zu gewähr 
leisten. Daß diese Neigung nicht voll zur Auswirkung kommt, liegt in der Natur 
der Organisation begründet, die insofern eine gewisse Gegensätzlichkeit aufweist, 
als die stärkere Aufteilung in Funktionen einen schwächeren gedanklichen Zu 
sammenhang zur Folge hat. Je stärker die Funktion des einzelnen Menschen be 
engt ist, desto mehr geht ihm der Sinn für die Zusammenhänge im Betriebe ver 
loren, desto uneiniger und unsicherer wird er mit seiner Arbeit, die ihn nicht aus 
füllt und nicht befriedigt, die seine Sehnsucht hinauszieht aus dem Betrieb und 
ihn Ausgleich suchen läßt in anderen Dingen, denen sein Herz gehört. Es wird 
notwendig sein, über diese Fragen am Ende der Darstellung, wenn die Ergebnisse 
der einzelnen Verfahrens- und Einflußwirkungen bekannt sind, noch einiges zu 
sagen. 
4. Die Organisationsgrundsätze. Fast alle Darstellungen der Organisation, vor 
allem jene, die eine systematische Übersicht geben wollen, zählen eine mehr oder 
weniger große Zahl von Grundsätzen oder Gesetzen auf, nach denen Organisation 
vonstatten gehe. Um nur eine wahllos aus dem Schrifttum herausgegriffene Aus 
lese zu geben, seien genannt: Zentralisation, Dezentralisation, Ordnung, Wirt 
schaftlichkeit, Ingression, Selektion, Spezialisation, Kooperation, Freiheit (Zweck 
setzung, Gewissen), Einung und Gliederung, Sparsamkeit, Leistungsfähigkeit, 
Schematismus, Verantwortlichkeit, Abteilungs- und Ressortbildung, Regelung, 
Mechanisierung usf. Angesichts dieser Fülle ist zunächst zu prüfen, was von vorn 
herein als nicht prinzipiell auszuscheiden ist. Ja, es bleibt zu erwägen, ob es über 
haupt Grundsätze der Organisation gibt oder geben kann. Eine einfache Über 
legung sagt, daß Organisation als solche von bestimmten Grundsätzen geleitet sein 
müsse, da ein zwar im Wege vielfach verschiedenes, aber doch im Ziel bestimmtes 
Zwockhandeln vorliegt. Jedoch weder die Anschauung noch die Erfahrung läßt 
eindeutig solche Grundsätze erkennen. Die Mehrzahl der oben genannten Prin 
1 Vgl. Geck: Die französische Verwaltungslehre. (Die Lehre Fayols und seiner Nach 
fahren.) Z. f. B. 1934. 
2 Bild 1 aus Nordsieck: S. 85; Bild 2 aus Schäfer: S. 50—54. 
3 Nordsieck: S. 82—90.
	        
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