Full text: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die Organisation. 
Tatsachen, so ist bei der Ordnung die Gruppierung nach ähnlichen und unähn 
lichen Erscheinungen als grundlegendes Merkmal anzusehen. 
Ordnung ist die Bildung und Zusammenstellung verschiedenartiger Erschei 
nungen nach dem Merkmal ihrer Ähnlichkeit, ist das Zusammenstellen dessen, 
was ähnlich ist, und das Trennen dessen, was unähnlich ist. Es ist einleuchtend, 
daß die Ähnlichkeit der Merkmale nicht immer und ohne weiteres festliegt; sie 
hängt ab von gemeinsamen Eigenschaften und von ursächlichen und entwick 
lungsbedingten Zusammenhängen. Erste Aufgabe allen Ordnens ist daher die 
Feststellung (Auffindung oder Ausbildung) der Ähnlichkeiten oder Gemeinsam 
keiten der zu ordnenden Bedingungen (Gegenstände, Begriffe und Tatsachen 
und Anweisungen). Die so gefundenen Merkmale werden dann in einzigartiger 
Weise hervorgekehrt, vergröbert, verdeutlicht und schärfer gekennzeichnet, 
was oft durch Anbringen von äußeren Sinnbildern — Zeichen, Zahlen, Buch 
staben, Paragraphen, Reitern, Lampen, Klingeln, Farben — sinnfällig gemacht 
wird. Endlich werden die ähnlichen Einzelheiten in bestimmter Weise zusammen 
gestellt, entweder durch einfache zeitliche (historische) oder räumliche Anreihung 
oder aber durch Staffelung und Einschaltung nach sachlichen und begrifflichen 
Merkmalen. 
Der durch das Ordnen, also durch das Trennen und Zusammenstellen ähnlicher 
und unähnlicher Erscheinungen hervorgerufene Zustand stellt die Ordnung dar, 
die sich sowohl als Gesellschafts-, Staats-, Rechts- und Wirtschaftsordnung zeigt, 
als auch im Betrieb als Ordnung der betrieblichen Maßnahmen und Mittel, als 
Rangordnung, Haus-, Dienst- und Arbeitsordnung, als Ordnung der Räume und 
Hilfsmittel. Immer ist es eine Zusammenstellung: gleichartige oder gleichblei- 
hende Anweisungen, gleichartige Zeitpunkte oder Fristen, gleichartige Arbeits 
stellen, Arbeitsverfahren, Arbeitsverrichtungen, gleiche Handreichungen, gleiche 
Ablage, gleiche Plätze im Raum oder in der Befugnis- oder Gehaltsstufung werden 
festgelegt und ergeben so das sinnvolle Ineinandergreifen, das den ordnungsmäßi 
gen Betriebsablauf darstellt. Das Ziel ist, daß nichts verfälscht, vertauscht, ver 
gessen werden kann, daß alles nach seiner Art zu seiner Zeit an seinem Platz er 
ledigt wird. „Was aber nicht an seinem Platz steht und dort verwendet wird, wo 
es seiner inneren Natur nach hingehört, ist Gerümpel und Schmutz 1 .“ 
Die Anwendungsmöglichkeiten des Ordnens im Wirtschaftsbetrieb sind so 
umfassend und unmittelbar einleuchtend, daß oft nur ganz besonders durchgebil 
dete Verfahren als Ordnung angesehen werden, vieles — und nicht immer das 
Unwesentlichste — aber als selbstverständlich hingenommen wird. Grundsätzlich 
stellt jedoch jede Herausbildung und Zusammenfassung von Ähnlichem aus ver 
schiedenartigen Erscheinungen ein Ordnen dar. 
Demnach ist also die Schaffung der Sprache, der Schrift- und Zahlenzeichen 
wie auch die feste Zusammenstellung wiederkehrender gleicher Erscheinungen in 
den Beziehungen der Erde zu Sonne und Mond — als Ursprung unserer Zeitein 
teilung nach Stunden und größeren Einheiten (Morgen, Mittag, Abend, Nacht; 
Woche, Monat, Jahr; Frühling, Sommer, Herbst und Winter) — als ordnende 
Tätigkeit des menschlichen Geistes anzusprechen. 
Es wird schwierig sein, in brauchbarer Weise eine Trennung zu ermöglichen 
zwischen der allgemeinen menschlichen Ordnung und der des einzelnen Wirt 
schaftsbetriebes. Sie soll in der Weise versucht werden, daß hier nur das Ordnen 
der betrieblichen Grunddinge (Personen, Sachen, Verfahren, Anweisungen, Be 
griffe) insoweit behandelt wird, als sie dem besonderen Zweck des Organisierens im 
Wirtschaftsbetrieb in erster und augenscheinlicher Linie dienen. Es mag über 
1 Daquö: S. 158.
	        
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