Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die  Ordnung  als  organisatorisches  Verfahren.
die  Beweglichkeit  hinsichtlich  der  Art  und  Anzahl  des  beschäftigten
wichtig,  da  sich  neue  Mitarbeiter  bei  schriftlich  festgehaltener  Ordnung 1
zurechtfinden  und  somit  bei  Bedarf  sehr  schnell  Aushilfen  herangezogen
können.  (Dies  gilt  natürlich  für  die  Ordnung  allgemein.)
Wesentlich  für  jede  Lagerverwaltung  ist  die  Kontrollfähigkeit.  Hier  spielt  die  Anwendung
bestimmter  Ordnungsverfahren  eine  große  Rolle.  Die  Bildung  von  geschlossenen  Zählreihen
oder  von  Gruppen  größerer  Einheit  wird  durch  besonders  ausgebildete  Kästen,  Boxen,  Gestelle, ­
  Lehren  gefördert 1 .  Neuerdings  führen  sich  mehr  und  mehr  besondere  Versand-  und
Transportkästen  in  Form  von  Zählbehältern  ein;  diese  sind  zwar  bei  Verbrauchs  waren  längst
bekannt,  zum  Beispiel  die  Packung  von  Zigaretten  oder  Streichhölzern  oder  anderen  Markenartikeln ­
  in  ganz  bestimmten  Mengen.  Dadurch  wird  nicht  nur  dem  Hersteller  oder  Verkäufer
eine  größere  Übersicht  gegeben,  sondern  auch  der  Empfänger  in  die  Lage  versetzt,  zum  mindesten ­
  die  Richtigkeit  der  Anzahl  und  der  Größenordnung  sofort  und  ohne  langwierige  Arbeit
festzustellen.  Zur  Förderung  und  Unterstützung  des  angeborenen  Ordnungssinnes  werden
häufig  nur  offene  Behälter  angewandt,  um  jedes  Verschwinden  und  Liegenbleiben  in  Behältern, ­
  Schubfächern,  Schreibtischkästen  usw.  zu  vermeiden.

Als  besonders  sinnfälliges  Beispiel  der  Verfahrensordnung  soll  noch  die  Buchhaltung ­
  angeführt  werden,  welche  in  der  Entwicklung  der  verschiedenen  Systeme
eine  ausgesprochene  Anpassung  an  die  Erfordernisse  des  Betriebes  im  Hinblick  auf
die  zahlenmäßige  Verfolgung  der  Vorfälle  zeigt.  Aus  der  italienischen  Buchführung, ­
  welche  die  Geschäftsvorfälle  vollzählig  mit  oder  ohne  Text  auf  die  einzelnen
Konten  des  Hauptbuches  überträgt,  ist  allmählich  die  deutsche  Buchhaltung  entstanden, ­
  welche  das  Sammeljournal  einschaltet  und  dadurch  eine  Eingrenzung  der
Eehlerfelder  und  eine  Erleichterung  der  Rechenarbeit  ermöglicht.  Auch  die  Einführung ­
  von  Hilfs-  und  Nebenbüchern  ist  lediglich  zur  Schaffung  der  besseren
Übersicht  und  einer  zweckmäßigeren  Gruppierung  der  Zahlen  erfolgt,  wie  es  das
Kontokorrentbuch  erweist,  welches,  wenn  die  Zahl  der  Buchungen  die  Arbeitskraft ­
  eines  Buchhalters  übersteigt,  in  mehrere  gleichartige  Kontengruppen  (Debitoren ­
  und  Kreditoren  bei  Industrie-  und  Handelsbetrieben  oder  in  die  Nostro-  und
Lorokonten  und  weiter  in  Reichsmark-  und  Währungskonten  bei  Banken)  unterteilt ­
  wird.  In  Großbetrieben  werden  die  einzelnen  Konten  weiter  geordnet  nach
alphabetischen  oder  numerischen  Gruppen,  nach  geographischen  Merkmalen  (etwa
Absatzgebieten,  Vertreterbezirken,  Ländern,  Provinzen,  Kundenorten,  Reiserouten ­
  usw.)  oder  sachlichen  Gesichtspunkten  (Warenarten,  Kundenbranchen,
Transaktionsweisen) 1  2 .  So  ist  auch  die  Abtrennung  der  einzelnen  Bücher  im  Bankbetrieb ­
  zum  Zweck  der  besseren  Übersicht  über  die  getätigten  Geschäftsarten  vorgenommen ­
  worden:  Scheck-,  Inkasso-Konten,  Depositen-,  Bürgschafts-  und  Avaldebitoren-, ­
  Akzept-,  Konsortial-,  Lombard-,  Reportkonten  usw. 3
Die  Weiterführung  der  Buchhaltungsform  in  der  amerikanischen  oder  französischen ­
  Buchführung  und  in  den  neuen  Kartei-,  Durchschreibe-  und  mechanischen ­
  Buchführungsverfahren  stellt  neben  größerer  Leistungsfähigkeit  fast  immer
das  Bestreben  nach  besserer  Übersicht  und  Kontrolle,  nach  Einschränkung  der
Fehlerfelder  und  zweckmäßiger  Anordnung  des  gebuchten  Stoffes  im  Hinblick  auf
die  Betriebsführung  dar 4 .
Natürlich  gehört  auch  das  Bestreben  hierher,  eine  sichere  Übersicht  über  die
durch  den  Betrieb  verursachten  Aufwendungen  zu  erhalten,  was  durch  die  Betriebskostenrechnung ­
  zu  erreichen  versucht  wird.  Wesentliches  Mittel  zu  diesem
Ziel  ist  Ordnung;  die  Zusammenstellung  der  Kosten  nach  bestimmten  gleichen
Merkmalen  (den  Trägern,  den  Stellen,  den  Arten  der  Kosten).
Zuletzt  muß  jedoch  auf  die  Gefahr  der  übertriebenen  Ordnung  hingewiesen

1  Kienzle.  2  Siehe  Vautrin:  S.  14/16.
3  Siehe  Buchwald:  Technik  des  Bankbetriebes  oder  Obst:  Das  Bankgeschäft,  Band  I,
S.  611  ff.
4  Siehe  hierzu  Buhl;  Buchhaltungsformen  und  Verfahren.
            
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