Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die  Aufgabengliederung.

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betrieb  kennzeichnet  und  sich  fortdauernd  steigert,  eine  Erklärung  zu  finden  und
ihre  Bedeutung  zu  erfassen.
Jedem  Wirtschaftsbetrieb  sind  die  ihm  entsprechenden  Aufgaben  durch  den
Zweck  des  Betriebes  gegeben;  durch  ihren  Umfang,  ihre  Schwierigkeiten  oder  ihre
zeitliche  Befristung  ergibt  sich  die  Notwendigkeit,  sie  zu  unterteilen.  Das  macht
zunächst  erforderlich,  daß  sie  teilbar  sind,  also  entweder  ihrer  Art  nach  eine  Zerlegung ­
  in  mehrere  Unteraufgaben  zulassen  oder  durch  ihren  Umfang  nach  Zeit  und
Menge  auf  mehrere  Personen  übertragen  werden  können.  Danach  ergeben  sich
zwei  grundsätzlich  verschiedene  Arten  der  Aufgabengliederung,  welche  als  Aufgabenzerlegung ­
  und  Aufgabenteilung  bezeichnet  werden 1 .
Als  Aufgabenzerlegung  soll  die  Trennung  der  einzelnen  Aufgaben  in  ihre  Teilaufgaben ­
  angesehen  werden.  Sie  ist  immer  auch  eine  Teilung  nach  der  Art  der
Aufgaben,  eine  Artteilung.  Im  übrigen  können  die  Teilaufgaben  wiederum  eine
gleichzeitige  Erledigung  zulassen  (Arbeitsgruppe)  oder  als  verschiedene  Arbeitsstufen ­
  ein  zeitliches  Nacheinander  bedingen  (Arbeitskette 1  2 ).  Andererseits  ist  die
Aufgabenteilung,  welche  zunächst  lediglich  eine  mengenmäßige  Verteilung  bedeutet, ­
  in  verschiedener  Weise  möglich,  indem  sie  einmal  unter  sich  völlig  gleichartige ­
  Aufgaben  betrifft,  zum  andern  aber  auch  die  Mengenaufteilung  mit  gewissen
Gesichtspunkten  räumlicher,  zeitlicher  oder  sachlicher  Art  verknüpft  sein  kann.
Es  kann  die  mehr  schöpferisch-anordnende  von  der  mehr  mechanischen  Arbeit  getrennt ­
  werden,  die  körperlich-schwerere  von  der  leichteren,  die  hochwertigere  von
der  einfachen,  die  dringlichere  von  der  alltäglichen,  die  verantwortungsvollere
oder  wichtigere  von  der  weniger  bedeutsamen,  oder  es  können  Arbeiten,  die  eine
besondere  charakterliche  Eigenschaft  oder  sonstige  Begabungen  erfordern,  abgetrennt ­
  werden.  In  diesem  Falle  wird  also  auch  die  Aufgabenteilung  in  gewisser
Weise  zur  Artteilung.
Beispielsweise  ist  die  Verteilung  des  Schriftverkehrs  auf  mehrere  Schreiberinnen  anfänglich ­
  eine  einfache  Mengenaufteilung;  die  mehrfache  oder  dauernde  Zuweisung  gewisser  Kundengebiete ­
  oder  Länder  (Fremdsprachen)  an  eine  bestimmte  Person  oder  deren  Zuteilung  zu
einer  besonderen  Abteilung  würde  dagegen  bereits  eine  weitere  Aussonderung  bedeutet.  Aber
erst  die  Zerlegung  des  Schriftverkehrs  in  die  einzelnen  Stufen  des  Diktierens,  Stenographierens,
Schreibens,  Unterzeichnens,  Versendens  (d.  h.  falten,  in  den  Umschlag  stecken,  verschließen,
bekleben  usw.)  und  Kontrollierens  bedeutet  eine  reine  Artteilung.  Hier  erst  —  bei  der  Aufgabenzerlegung ­
  —  liegen  die  eigenartigen  starken  Möglichkeiten  der  Aufgabengliederung,  die
Maschinenverwendung  sowohl  in  technischen  als  auch  in  kaufmännischen  Betrieben  (wie  etwa
Diktaphon,  Signiermaschinen,  Schreib-,  Falz-,  Adressier-,  Frankier-  und  Zählmaschinen  im  vorgenannten ­
  Beispiel.)
Für  alle  Gesichtspunkte,  nach  denen  man  Arbeiten  gliedert,  genau  zutreffende
Beispiele  zu  geben,  ist  recht  schwierig,  weil  fast  immer  mehrere  Gesichtspunkte
miteinander  verbunden  sind.  Es  kommt  praktisch  kaum  vor,  daß  eine  große
Arbeitsmenge,  die  nach  verschiedenen  Gesichtspunkten  geteilt  wird,  sich  dabei  in
völlig  gleichartige  Arbeiten  aufspaltet,  sondern  mit  der  Teilung  nach  diesen  Gesichtspunkten ­
  ist  fast  regelmäßig  auch  ein  Unterschied  der  Arbeitsart  verbunden.
Teilt  man  zum  Beispiel  die  Bearbeitung  von  Lohnzetteln  nach  Abteilungen  auf,  so
ist  das  zwar  eine  Mengenteilung  nach  einem  regionalen  Gesichtspunkt,  andererseits ­
  aber  auch  eine  Artteilung,  da  in  den  Abteilungen  eben  nur  eine  bestimmte
1  Dietrich:  Betrieb-Wissenschaft,  S.  331,  trennt  in  wilde  und  echte  Arbeitsteilung  und
läßt  nur  die  letztere  als  Gattungs-  oder  Artteilung  gelten.
Seyffert:  Der  Menschals  Betriebsfaktor,  a.  a.  0.,  hat  wohl  die  bisher  klarste  Ausbreitung
des  Problems  vom  Standpunkt  des  Wirtschaftsbetriebes  gegeben  und  auch  für  jeden  Bereich
eine  besondere  Bezeichnung  gefunden;  auch  er  stützt  sich  im  wesentlichen  auf  Bücher.  Ansätze ­
  finden  sich  auch  bei  Grull:  Organisation  von  Fabrikbetrieben,  S.  45  ff.  und  anderen
Schriftstellern.
2  Nach  Uhl:  Arbeitsgliederung  und  Arbeitsversohiebung;  kürzer  im  Handwörterbuch  der
Arbeit,  Artikel:  Arbeitsgliederung  S.  277.
Prion,  Die  Lehre  vom  Wirtschaftsbetrieb.  III,

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