Full text: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die Aufgabenverkettung. 
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gestellt: mehrere Versandanzeigen, Rechnungen, Paketaufschrift und Einlage, 
Buchungsbelege, Karteizettel, Benachrichtigung an Vertreter, Filialen oder Aus 
lieferungslager und andere Vordrucke in praktisch beliebiger Zahl und Form. 
Es zeigt sich eben überall in den unteren Stufen der Aufgabenerledigung eine 
Neigung zur Abteilungsbildung, die als stärkste Zusammenfassungswirkung anzu 
sprechen ist. Dabei ist die Maschine in Werkstatt und Büro nicht nur als Zerreis- 
sungs-, sondern auch als Sammlungsfaktor anzusehen, da häufig nur durch das 
Vorhandensein eines geeigneten Apparates eine zeitlich zusammengedrängte Er 
ledigung möglich geworden ist und somit eine Ansammlung von Aufgaben denkbar 
war. Erst das Diktaphon machte eine völlige Unabhängigkeit des Diktierens vom 
Schreiben möglich, indem nun je nach Bedarf in den Apparat hineingesprochen 
und nacheinander in fortlaufender Folge die Diktate in die Maschine übertragen 
werden können (daß die Handhabung Schwierigkeiten bereitet, steht der grund 
sätzlichen Möglichkeit nicht entgegen). 
Als Abteilungsbildung im eigentlichen Sinne ist zu erwähnen: die Zusammen 
fassung bestimmter Aufgaben zu Aufgabengruppen, welche meist in Abteilungen 
vor sich geht. Auch hier sind mehrere Merkmale wirksam, so etwa das reine Raum 
prinzip (Stockwerksabteilungen im Warenhaus mit vollkommen ungleichartigen 
Sachgebieten, Lager I, Lager II nach Räumen zusammengefaßt, ohne auf die ge 
lagerten Objekte oder sonstige Gesichtspunkte zu achten). Diese Anordnung ist je 
doch selten, vielmehr wird immer ein weiterer Gesichtspunkt mitsprechen, etwa die 
Persönlichkeit oder das Objekt oder die Verrichtung, so daß also die Abteilung als 
Zusammenfassung von Aufgaben unter räumlichen, gegenständlichen,persönlichen, 
verrichtungsbedingten oder sonstigen Merkmalen anzusehen ist. Meist werden 
örtliche Gesichtspunkte dabei eine Rolle spielen, doch ist dies nicht wesentlich; 
oft hat räumliches Beisammensein mit einheitlichen Aufgaben nichts zu tim 1 . In 
der Begriffsfestlegung ist jedoch ebensowenig das Vorliegen einheitlicher Auf 
gaben enthalten; es können vielmehr ganz verschiedene Aufgaben in einer Ab 
teilung ihre Erledigung finden, zum mindesten ist keine Grenze zu ziehen. Das 
beweist schon die in der Praxis sehr verschiedenartige Zusammenfassung von Auf 
gaben zu einer Abteilung: so hat etwa die A. Opel A.-G. (s. Schaubild 3/4 S. 144) 
ihre Ersatzteilfabrikation dem Kundendienst angegliedert und diese der Verkaufs 
abteilung unterstellt, während etwa die Mercedes-Büromaschinen-Werke zwar 
auch die Herstellung ihrer Ersatzteile der Abteilung Kundendienst unterstellten, 
diese jedoch als selbständige Abteilung mit einer sehr umfassenden Außen- und 
Innenorganisation behandeln. 
Auch herrschen über den Grad und den sachlichen Umfang der Zusammenfassung zu 
Abteilungen keine festen Vorstellungen: sowohl einzelne Zimmer (Büros), als auch Stock 
werke, ganze Häuser oder Häuserblocks werden als Abteilungen bezeichnet. Im Hinblick 
auf einen störungsfreien und dauerhaften Arbeitsablauf sollten die Abteilungen jedoch nicht 
zu klein sein, da „die Schwierigkeiten in der Heranbildung eines guten Nachwuchses häufig in 
einer zu starken Aufgliederung der Aufgabengebiete 1 2 “ liegen, und weil jede Abteilungsbildung 
zwangsläufig eine gewisse Aussonderung bedingt. 
So glaubt Dinkelbach 3 (der sich offenbar auf die Verhältnisse bei den Vereinigten Stahl 
werken A.-G. stützt), daß die „kaufmännischen Aufgabengebiete“ Einkauf, Verkauf, Finanzen 
und Rechnungswesen genügten und nicht weiter unterteilt werden sollten. Dabei sind die 
„Verwaltungs“-Auf gaben (nach Nordsieok) vorher ausgegliedert worden, was aus seiner Be 
merkung hervorgeht, daß „bei größeren Unternehmungen sich außer diesen Aufgabengebieten 
zur Behandlung von Personal-, Rechts- und Steuerfragen u. dgl. oft Sondergebiete ergeben“ 4 . 
(Es bleibt dahingestellt, ob diese Art der Zusammenfassung zu Abteilungen, die Dinkelbach 
1 Nordsieok: Sohaubildliohe Erfassung, S. 12. 
2 Dinkelbach; Gegenwartsfragen der kaufmännischen Betriebswirtschaft. Stahl u. 
Eisen Jg. 52 (1932), H. 47, S. 1146. 
3 Dinkelbach: S. 1146. 4 Dinkelbach: S. 1147.
	        
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