Maße von den 10 Prozent getroffen. Zu besonders lehrreichen
Schlüffen führt auch folgende Erwägung. Die Lohnproduktionssteuer
ist der heutigen Umsatzsteuer vergleichbar, nur viel gerechter als diese;
denn bei der gegenwärtig geltenden Umsatzsteuer muß für einen Artikel
jedesmal, wenn er durch neue Hände geht, wiederum Umsatzsteuer
bezahlt werden, was vielfach eine endlose Verteuerung bedeutet. Bei
meinem Vorschlag der Lohnproduktionssteuer aber kann niemals eine
endlose Doppelbesteuerung eintreten, denn die Arbeitskosten, die ein
Gegenstand erfordert, bis er in die Hände des Konsumenten gelangt,
werden an jeder Stelle nur einmal betroffen.
In volkswirtschaftlicher Hinsicht greift die Lohnproduktions
steuer den Vermögensstamm nicht an, wie das von den gegen
wärtigen Konfiskationssteuern behauptet werden muß: Was der Arbeit
geber an Löhnen ausgibt, das ist ja nicht sein Vermögen, sondern
fällt unter Betriebs- und Herstellungskosten im weiteren Sinne;
ebensowenig ist der Lohn das Vermögen, der Vermögensstamm, sondern
lediglich das Einkommen für den Arbeiter. Der Gang des Wirt
schaftslebens wird von der Lohnproduktionssteuer auch nicht gestört
werden, ihre Erhebung ist einfach, dem Arbeiter kommt die Steuer
infolge der Entrichtung durch den Arbeitgeber kaum zum Bewußtsein,
bei ihrer etwa notwendigen Erhöhung sind Gefährdungen des Wirt
schaftsfriedens durch Steuerabwälzungskämpfe nicht zu erwarten, und
der sie bezahlende Arbeitgeber berücksichtigt sie ja bei seiner Kalkulation
in ausreichendem Maße.
Wieviel wird nun die Lohnproduktionssteuer bei Zugrundelegung
der von mir vorgeschlagenen 10 Prozent der Jahreslohnsumme vor
aussichtlich einbringen? Auch hier sind zahlenmäßige Schätzungen
außerordentlich schwierig; man rechne sich aber nur einmal aus,
wieviel ein Unternehmen mit 100 Arbeitern heutzutage jährlich an
Löhnen bezahlt! Allein an industriellen Betrieben sind aber der
Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände gegen 100 000 an
geschlossen, welche etwa 8 Millionen Arbeiter beschäftigen. Ein ein
faches Rechenexempel zeigt, welche Lohnsumme sich schon bei dieser
einen Gruppe ergeben muß. Es wird also gerade bei der Berechnung
der Steuer mit 10 Prozent der Lohnsumme sehr wahrscheinlich ein
außergewöhnlich hoher Steuerertrag der Lohnproduktionssteuer zu
erwarten sein. Soviel über die eine Forderung der Finanzwirtschast;
aber auch die andere, leicht zu erreichende größere Ergiebigkeit, wird