Full text : Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

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Man  könnte  mir  vielleicht  entgegenhalten,  daß  meine  Steueridee
die  Unternehmer  veranlassen  könnte,  sich  große  Lager  anzuschaffen.
Hierzu  liegt  aber  gar  keine  Veranlassung  vor,  denn  der  Besitzer  bleibt
ja  auch  dann  von  der  Einkommensteuer  frei,  wenn  sich  das  Geld
auf  einem  Bankkonto  befindet.  Außerdem  wird  die  Auffüllung  und
Abstoßung  von  Lagern  stets  von  wirtschaftlichen  Motiven  abhängen,
die  durch  diesen  Steuerplan  gar  nicht  beeinflußt  werden  können.
Selbst  wenn  aber  mein  Plan  die  Anhäufung  von  Lagern  fördern
sollte,  so  wäre  dies  nicht  nur  kein  Fehler,  sondern  sogar  sehr  gut,
denn  wir  müssen  unbedingt  dafür  sorgen,  daß  wir  wieder  Vorräte  in
allen  Artikeln  bekommen,  denn  nur  dann  können  wieder  geordnete
Verhältnisse  eintreten,  nur  dann  kann  das  notwendige  Ziel,  daß  sich  alle
Unternehmer  mit  mäßigen  Zwischengewinnen  begnügen,  erreicht  werden.
Schon  in  Friedenszeiten  haben  große  Aktiengeschäfte  unter  Protest  der
Kltinaktionäre  den  Gewinn  verschleiert  und  nur  eine  geringe  Dividende
verteilt.  Es  ist  zweifellos,  daß  dieses  Verhalten  vom  Standpunkt
der  gesamten  Volkswirtschaft  aus  sehr  vorteilhaft  war.  Ich  könnte
mir  denken,  daß  mein  Vorschlag  erst  recht  die  größeren  Gesellschaften
veranlassen  würde,  möglichst  überhaupt  keine  Dividende  auszuzahlen,
vorausgesetzt,  daß  die  Mehrzahl  der  Großaktionäre  auf  eine  Dividendenausschüttung ­
  nicht  angewiesen  ist,  wie  es  sehr  häufig  vorkommt.  Man
könnte  einwenden,  daß  hierdurch  das  Interesse  der  Kleinaktionäre
geschädigt  wird.  Die  Kleinaktionäre  sind  aber  für  das  gute  Funktionieren
der  gesamten  Volkswirtschaft  nicht  nötig;  wenn  ihnen  die  drohende
Nichtauszahlung  einer  Dividende  zu  gewagt  erscheint,  so  sollen  sie
aus  solchem  Unternehmen  herausbleiben  und  sich  solche  Papiere  anschaffen, ­
  die  ihnen  eine  sichere  Verzinsung  einbringen.
Auch  der  Einwand,  daß  eine  Verbrauchssteuer  von  20  Prozent
erst  recht  Veranlassung  geben  würde,  den  Steuerfiskus  zu  betrügen,
etwa  in  der  Weise,  daß  Privatausgaben  als  Geschäftsspesen  gebucht
werden,  ist  meines  Erachtens  nicht  durchschlagend.  Wenn  jemand
bei  dieser  bequemen  Steuerform  noch  betrügen  und  die  Gefahr  einer
Zuchthausstrafe  nicht  scheuen  sollte,  dann  wird  er  ganz  bestimmt  bei
einer  Konftskationssteuer  von  etwa  50  Prozent  vom  gesamten  Gewinn
zu  schwindeln  versuchen  und  die  Volkswirtschaft  dadurch  noch  mehr
schädigen;  denn  entscheidend  für  die  Schädigung  ist  die  Höhe  der
Summe,  mit  welcher  er,  durch  den  Betrug  steuerfrei,  an  die  Volkswirtschaft ­
  Ansprüche  zur  Befriedigung  seiner  privaten  Bedürfnisse
            
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