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irischen Arzte Macbride r ) und dann von dem Franzosen Armand
Seguin^) in dieser klar ausgesprochenen Weise empfohlen oder ver
wendet wurde;
3. das Verhalten der Gerbsäure gegen Leimlösung. Gerbsäuren
fällen Leimlösung, sie vereinigen sich mit den leimgebenden Substanzen
des Organismus nach konstanten Gewichtsverhältnissen zu wasserunlös
lichen Verbindungen.
So sehen wir also, daß die tierische Haut aus zwei prinzipiell ganz
verschiedenen Elementen zusammengesetzt ist:
1. Aus der Oberhaut oder Epidermis. Sie stellt nach ihrer Ent
stehung aus dem Ektoblast den ektodermalen Teil der Haut dar, histo
logisch erweist sie sich hauptsächlich als aus Zellen bestehend, sie selbst
besitzt geringe physikalische und chemische Widerstandsfähigkeit, und ihre
Plasmaprodukte sind Horngebilde, chemisch Keratinsubstanzen, welche
eine größere Festigkeit nur auf Kosten ihrer Biegsamkeit und Elastizität
erreichen. Für die Gerberei ist die Epidermis nur insofern von Be
deutung, als man sie im allgemeinen und mit wenigen Ausnahmen vor
dem eigentlichen Gerbeprozeß ganz oder teilweise zu entfernen sucht.
2. Aus der Lederhaut oder dem Corium. Die Lederhaut stellt
nach ihrer Entstehung den mesodermalen Teil der Haut dar, histo
logisch spielen neben der Hauptmasse der Plasmaprodukte, hier Binde-
gewebsfibrillen genannt, die erzeugenden Zellen nur eine untergeordnete
Rolle, und diese Plasmaprodukte, chemisch Glutinsubstanzen, verbinden
hier mit großer Biegsamkeit und Elastizität eine außerordentliche Festig
keit; insbesondere zeichnen sie sich gegenüber den Epidermoidalprodukten
durch eine größere chemische Stabilität und andere analytische Eigen
schaften aus, auf Grund deren die beiden räumlich einander so nahe
liegenden Gewebselemente voneinander geschieden werden können. Wir
haben eben im Corium wieder einmal eine jener wunderbaren tech
nischen Leistungen der lebenden Substanz vor uns, welche in ihrer Art
einzig und höchst vollkommen ist. Daher ist auch die Lederhaut das
eigentliche Objekt des Gerbeprozesses im engeren Sinne, und alle, diesen
Prozeß vorbereitenden Operationen, bezwecken eine möglichste Reinigung
des Corinms von allen anderen ihm anhaftenden Substanzen.
Wenn wir endlich noch das Ergebnis unserer bisherigen Be
trachtungen über die Haut in ein übersichtliches Schema zusammen-
0 -Originalabhandlung von Herrn David Macbride zu Dublin bei Hermb-
städt 1803.
2 ) Hermbftädt 1803, S. 187. Originalabhandlung von Herrn Armand Seguin.
Über die Entdeckung einer neuen Verfahrungsart, tierische Häute schnell zu gerben.
Als Bericht über dieselbe an den Wohlfahrtsausschuß in Paris. Aus dem llournal
äes Lrts st Mauufactures Tom. II. Von Herrn Lelievre und Pelletier.