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Gefäßen der Eingeborenen in der Frobisherstraße aus frischen Fisch
häuten *). Die Bewohner der Ostküste Mittelasiens 2 ) und die Giljaken 8 )
bedienen sich der durch eine primitive Gerberei vorbereiteten Lachshäute
zur Herstellung von Kleidern, über die Verwendung von Häuten der
Aalraupe (Gattung Lola) zu Kleiderbesätzen erfahren wir in betreff
der Völker Rußlands, Sibiriens und einiger tartarischer Stämme 4 )
über die Verwendung von Häuten von Seetieren zu dem gleichen
Zwecke, wenn die Lesart richtig ist, in betreff der Germanen 8 ).
Die moderne Technik hat sich auch auf diese Hautarten zur Be
darfsdeckung auszubreiten gesucht; so wurde schon auf einer im West-
minsteraquarium zu London 1876 abgehaltenen Fischereiausstellung
Oberleder aus der Haut des Weißfisches, Plattfischleder zu Handschuhen,
gegerbtes und zugerichtetes Seezungenleder zur Portefeuillefabrikation
und zugerichtete Aalhäute zu Riemen gezeigt 8 ). In Colborn, Kanada,
soll Ende der 70 er Jahre des vorigen Jahrhunderts ein lebhafter
Handel mit Störhänten zur Handschuhfabrikation betrieben worden sein '),
und in Ägypten fanden um die gleiche Zeit Fischhäute aus dem Roten
Meere Verwendung zu Schuhsohlen 8 ). Auch in der Kunstindustrie
wurden die Häute größerer Fische (Thunfische) neuerdings verarbeitet 9 ).
Die zweite Eigenschaft der Haut niederer Fische, aus welcher sich
einige Verwendungsmöglichkeiten ergeben, sind die bereits oben an
gedeuteten Hautossifikationen der Selachier; es sind das die besonders
aus der vergleichenden Anatomie her bekannten, mit einem kaudalwärts
gewandten Zähnchen versehenen Placoidschuppen hauptsächlich der Squa-
liden und einiger Rajiden, wobei dann die Haut nur eine mittelbare
Bedeutung als Erzeugerin und Trägerin dieser Knochengebilde hat.
Eine oberflächliche Ähnlichkeit dieser Fischhaut mit dem später noch zu
besprechenden Chagrin hat zur Bezeichnung „Fischhautchagrin" Anlaß
gegeben. Auf der Eigentümlichkeit dieser mit kleinen scharfen Erhebungen
dicht besetzten Hautoberfläche beruht ihre Verwendung zum Glätten von
Holz, Elfenbein, Metall seitens verschiedener Handwerker; so berichtet
Beckmann") 1794 über die Gewinnung dieser Fischhäute als Neben
produkt bei dem auf Trangewinnung gerichteten Haifischfang, und seit
dieser Zeit kann man bis zum heutigen Tage über die Verwendung
des Fischhautchagrins, meist in getrockneter Form, selten gegerbt, zu
gedachtem Zwecke in Technologien und Handbüchern sich orientieren.
Endlich führt der Besitz dieser Hautossifikationen noch zur Ver-
’) Goguet Ex. 1796, S. 34. 2 ) Deutsche Gerberzeitung 1880, Nr. 35.
3 ) Schurtz 1900, S. 315. 4 ) Deutsche Gerberzeitung 1880, Nr. 35.
6 ) Tacit. Germ. cap. 17 und Semper I, 1878, S. 96.
6 ) Deutsche Gerberzeitung 1880, Nr. 35. 7 ) Ebenda. 8 ) Ebenda.
9 y Bücher 1893, S. 191. -«) Beckmann 1794, Bd. I, S. 193.