Full text : Die Entwicklung der Weißgerberei

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fassen  wollen,  so  stellt  sich  uns  jetzt  die  für  die  Gerberei  in  Betracht
kommende  Haut  der  Wirbeltiere  folgendermaßen  dar:

)  Epidermis  (Narbe)

Stratum  Corneum
Stratum  Malpighii
Corium
Subcutanes  Bindegewebe

Lcderhaut
(Fleischseite)

Muskulatur
Was  diesseits  und  jenseits  des  Coriums  liegt,  hat  normalerweise
am  eigentlichen  Gerbeprozesse  keinen  Teil  und  wird  vor  demselben  entfernt. ­
  Das  von  den  einhüllenden  Schichten  befreite  Corium  aber,  die
reine  Lederhaut,  kennt  der  Weißgerber  unter  dem  Namen  „Blöße".
2.  Die  Wirbeltierhaut  als  Objekt  des  Gerbeprozesses.
Wir  haben  nunmehr  einen  Überblick  über  die  wirtschaftlich  verwertbaren ­
  Bindesubstanzvorkommen  des  tierischen  Körpers  gewonnen,
wir  haben  die  wichtigsten  Eigenschaften  dieser  Bindesubstanzen  kennen
gelernt,  von  zweien  dieser  Vorkommen  haben  wir  ihre  praktische  Anwendung ­
  bereits  beobachtet,  und  es  bleibt  uns  nunmehr  noch  übrig,  zu
untersuchen,  in  welcher  Ausdehnung  das  dritte  Bindesubstanzvorkommen,
nämlich  als  Corium,  in  der  Haut  der  Wirbeltiere  technisch  und  wirtschaftlich ­
  beachtenswert  ist.
Fast  in  der  gleichen  Mannigfaltigkeit,  in  welcher  die  Entwicklungsformen ­
  der  lebenden  Substanz  den  Wirbeltierkörper  dem  wirtschaftenden-Menschen
  darbieten,  sehen  wir  auch  die  Decke  dieses  Körpers  zur  Bedürfnisbefriedigung ­
  herangezogen  werden.
Sobald  der  Wirbeltierkörper  in  der  Klasse  der  Fische  eine  einigermaßen ­
  beachtenswerte  Größe  erreicht  hat,  zieht  seine  Bedeckung  die  Aufmerksamkeit ­
  des  Menschen  auf  sich.  Da  die  dünne  Cuticula  und  die
weiche  Epidermis  nichts  zur  Festigkeit  und  zum  Schutze  der  Körperoberfläche
  beitragen,  fällt  diese  doppelte  Aufgabe  hier  der  Lederhaut  zu,
und  diese  erlangt  durch  Erfüllung  dieser  doppelten  Ausgabe  zwei  für
die  hier  in  Betracht  kommenden  Zwecke  wichtige  Eigenschaften,  nämlich
1.  entwickelt  sich  die  Lederhaut  zu  einem  aus  vielen  Schichten  bestehenden ­
  straff  faserigen  Bindegewebe,  um  den  Ansprüchen  an  Festigkeit ­
  nachzukommen,  und
2.  wird  die  Lederhaut  zum  Schutze  des  Tierkörpers  der  Sitz  der
für  die  Fische  so  charakteristischen  Hautossifikationen,  nämlich  der
Schuppen.
Aus  diesen  beiden  Eigenschaften  der  Fischhaut  nun  ergibt  sich  auch
ihre  doppelte  Verwendung.
Wohl  die  primitivste  Verwendung  findet  das  Bindegewebe  zu  den
            
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