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und anspornen“ („direct and energize“). In der Tat wird
das Amerika von heute vornehmlich durch jene „Klasse
von Feldherren und Befehlshabern“ repräsentiert, die Thomas
Carlyle schon 1850 mit prophetischem Blick als die Ahnherren
„einer neuen, wirklichen und nicht eingebildeten Aristokratie“
erkannt und für die er die Bezeichnung „Captains of
Industry“ geprägt hat. Unter den heute als „Captains of
Industry“ geltenden Männern bilden jene die überwiegende
Mehrheit, die durch rastlose Energiebetätigung, durch Aus
nutzung des eigenen und Befruchtung $es Geistes anderer
das beispiellose Erstarken der ökonomischen Leistungs
fähigkeit der Union geschaffen haben. Wenn auch des
Prinzen Heinrich Reise nach den Vereinigten Staaten aus
gesprochenermaßen keinen wirtschaftspolitischen Hinter
grund haben sollte, so durfte man doch voraussetzen, daß
es nicht unerwünscht sein könnte, den Prinzen gerade mit
solchen „Captains of Industry“ unmittelbar bekannt zu machen
und ihn in ihre Interessensphäre einzuführen. Daher unter
breitete ich, als die Empfangsfeierlichkeiten festgestellt
werden sollten, Herrn Dr. von Holleben, unserm damaligen
Botschafter in Washington, den Gedanken, zu Ehren des
Prinzen ein Empfangskomitee aus den prominentesten Ver
tretern des amerikanischen Gewerbefleißes zu bilden. Alsbald
unterrichtete mich der Botschafter, daß der Plan genehm wäre.
Auf mein Ersuchen kam Herr Edward D. Adams, der Vertreter
der Deutschen Bank in den Vereinigten Staaten, mit dem
ich vorher wiederholt zusammengetroffen war, nachdem mich
Dr. Georg von Siemens noch kurz vor seinem allzu frühen
Heimgang bei ihm eingeführt hatte, von New York nach
Washington. In einer gemeinsamen Besprechung mit Herrn
von Holleben wurden die Grundzüge für die Durchführung
des Vorhabens erörtert: Achtundvierzig Stunden später war
in New York das „Reception Committee of Commerce and