Contents: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Zweites Buch. Die Gegner. 
kurrenz. So scheint sich denn der Schluß von selbst aufzudrängen r 
um dem Übel der Konkurrenz zu begegnen, muß die wirtschaftliche 
Ordnung auf ihren Gegenpol, die Assoziation, gegründet werden. 
Louis Blanc gehört daher zu jener Gruppe von Sozialisten, die 
in der Assoziation allein das Heil der modernen Gesellschaften sehen.. 
Er faßt aber die Assoziation nicht genau in derselben Weise wie 
seine Vorgänger auf. Er träumt von keinem Phalanstere und von 
keinem „Neu-Harmonie“. Ihm erscheint die wirtschaftliche Welt 
der Zukunft nicht wie eine Reihe von Gruppen, die jede ihre eigene 
kleine vollständige Gesellschaft bilden. Er läßt die Yollgenosseuschaft 
Foueier’s und die „Phalange“, in der alle Mitglieder alles, was für 
sie notwendig ist, herstellen, außer Acht. Er schlägt eine „soziale 
Werkstatt“ vor, die nichts anderes ist als eine Arbeiterproduktiv 
genossenschaft. Die soziale-Werkstatt vereinigt nur die Arbeiter 
eines und desselben Berufszweiges. Sie unterscheidet sich von der 
gewöhnlichen Werkstatt nur dadurch, daß sie demokratischer ist 
und mehr im Sinne der Gleichheit aller geführt wird. Sie umfaßt 
aber nicht, wie der Mikrokosmus Foueiee’s, alle Seiten des wirt 
schaftlichen Lebens. Ihr Zweck liegt nicht in ihr selbst, denn sie- 
schafft nur ein einziges Erzeugnis, das die anderen kaufen sollen. 
Mit anderen Worten: Louis Blanc hat den bekanntesten Typus der 
Arbeiterproduktivgenossenschaft geschaffen 1 );— während Owen und 
Foueiee die Kooperation zur gleichen Zeit für den Verbrauch und 
die Produktion wollten. 
Der Gedanke war nicht durchaus neu. Schon ein alter Saint- 
Simonist, Buchbz, hatte 1831, aber ohne besonderen Erfolg, ein ähn 
liches Projekt vorgeschlagen 2 ). Die Arbeiter eines gleichen Berufes,, 
z. B. die Tischler, die Schuhmacher, die Maurer, sollten sich zu 
sammentun, sollten ihre Arbeitsinstrumente Zusammenlegen und den 
Gewinn, den ohne diesen Zusammenschluß der Unternehmer ein 
gesteckt haben würde, für sich behalten. Von diesem Gewinne sollte 
') Wir schreiben: der bekannteste Typns, denj<wir haben in dem vorher 
gehenden Paragraphen ansgefiihrt, daß gewisse Produktivgenossenschaften — wie 
Le Travail —, sich auf Foueier berufen, im besonderen dadurch, daß sie fremdes 
Kapital annehmen. Der gewöhnlichste Typus in Frankreich ist aber der, der mit 
der Chambre consultative des assooiations de produotion (beratende 
Kammer der Produktivgenossenschaften) in Verbindung steht. Die als Vorbild 
dienenden Statuten dieser Genossenschaft enthalten einen § 11, der besagt: „Niemandem 
kann der Beitritt gestattet werden, der nicht Arbeiter eines der Berufszweige ist.“ 
(Siehe den von dem Office du Travail (Arbeitsamt) 1898 herausgegebenen Band, 
Les Associations ouvrieres de Production.) 
2 ) Im Journal des Sciences morales et politiques vom 17. Dez. 1831. 
Nur eine einzige Genossenschaft wurde auf seine Veranlassung hin im Jahre 1834 
gegründet, die der Talmijuweliere (bijoutiers en dore).
	        
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