Full text : Übervölkertes Land

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Europäische  Kolonisation

Für  diese  theoretische  Untersuchung,  die  ja  nichts  anderes
bezweckt,  als  aufzuzeigen,  daß  es  ganz  gut  möglich  wäre,  wenigstens
für  einige  kommende  Generationen  vorzusorgen,  wenn  statt  einer
Macht-  und  Haßpolitik  eine  vernunftgemäße  Zusammenarbeit  eintreten
  würde,  wollen  wir  die  praktischen  Bedenken  zunächst  beiseite ­
  lassen.
Setzen  wir  also  voraus,  daß  es  gelingen  würde,  ganz  Europa
zu  intensivster  Produktionsarbeit  zu  vereinen,  und  versuchen  wir
abzuschätzen,  was  auf  diesem  Wege  zu  erreichen  wäre.
Eine  Zusammenstellung  der  Anbauflächen  und  Produktionsergebnisse ­
  der  Hauptgetreidearten  in  den  wichtigsten  Staaten
Europas  vom  Jahre  1901  bietet  Meyers  Konversationslexikon,
Band  7,  S.  764  und  765.
Ordnen  wir  die  Staaten  nach  den  von  ihnen  erzielten  Hektarerträgen, ­
  so  erhalten  wir  folgende  Zusammenstellung:

Hektarertrag

Anbaufläche

Ernte  1901

in

in

in

Hektolitern

Hektar

Hektolitern

Belgien  .  .

35

705.000

25,300.000

Niederlande

32

447.000

14,300.000

Dänemark

30

802.000

24.600.000

Schweden

27

1,532.000

41,364.000

Norwegen

27

155.000

4,185.000

Großbritannien  und  Irland

27

3,352.000

90,900.000

Deutschland

24

13,845.000

342,000.000

Frankreich

17

11,982.000

210,300.000

Das  frühere  Österreich  .  .

16

5,900.000

99,000.000

Das  frühere  Ungarn  .  .  .

16

6,477.000

106,500.000

Rumänien

15

2,448000

38,800.000

Italien

9-6

5.501.000

53,100.000

Das  frühere  europäische
Rußland

8-8

78,095.000

691.900.000

Summe  .  .  .

—

131,241.000

1.742,249.000

Es  fällt  zunächst  auf,  wie  verschieden  die  Hektarerträge
sind.  Gewiß  haben  daran  die  klimatischen  Verhältnisse  und  die
Güte  des  Bodens  ihren  Anteil.  Aber  der  Einfluß  der  landwirtschaftlichen ­
  Bildungsstufe  und  der  Zwang  zu  produzieren,  unter
            
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