548
DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
Landes überläßt, für das die Broschüre oder der Prospekt
bestimmt ist. Man liefere ihm nur die Unterlagen, binde ihn
aber nicht sklavisch an den eigenen Text, der vielleicht aus-
gezeichnet für heimische Leser ist, in Amerika aber unter
Umständen die Rolle jener Glocke spielt, der der Klöppel fehlt.
Der von einem feder- und landeskundigen Amerikaner aus-
gearbeitete Text wird für Amerika wohl immer geeigneter sein,
als die orthographisch und grammatikalisch auf der Höhe
stehende, von einem heimischen Sprachenprofessor hergestellte
genaue Übersetzung des Urtextes. Die Wirkung würde ganz
sicher größer sein als die trockene Übersetzung eines vorhan-
denen Urtextes,
Es gibt im Ausland eine größere Anzahl verbreiteter Zeit-
schriften und Zeitungen, die ihre Korrespondenten in inter-
nationale Reiseländer senden und Originalbriefe über das dort
Gesehene und Erlebte veröffentlichen. Man nütze dieses auf der
Straße liegende Gold mehr als seither für die Werbearbeit aus.
Die Werbemittel werden dadurch abwechslungsreicher, und sie
bekommen für den zu gewinnenden Ausländer eine zugkräf-
tigere persönliche Note. Man vereinige solche Schilderungen zu
einer gut ausgestatteten und mit geschmackvollen Bildern
geschmückten Broschüre und verbreite sie ausschließlich im
Heimatlande des betreffenden Journalisten.
Natürlich darf man nicht vergessen, daß es überall Gesetze
zum Schutz des Urheberrechts gibt. Die Genehmigung entweder
ües Verfassers oder des Verlegers der Zeitschrift, worin der
Aufsatz erschien, muß eingeholt werden. Was auch ohne die
Schutzgesetze eine selbstverständliche Anstandspflicht ist, denn
kein rechtlich denkender' Werbefachmann wird fremdes
geistiges Eigentum ohne Erlaubnis auf seinen Acker verpflanzen.
Zum Schluß noch ein wichtiger Fingerzeig für die Auslands-
werbung, insbesondere die überseeische. London und Paris
sind für die nord- und südamerikanischen, für die Touristen
aus Asien, Afrika und Australien entweder Ausgangspunkt oder
wenigstens Hauptpunkt ihres Europatrips. Diese Weltgeltung
den beiden Metropolen streitig zu machen, dürfte schwer
fallen. Deshalb nütze man die dadurch gebotenen Werbe-
möglichkeiten tatkräftig und geschickt aus. Man versuche, an
die Überseer in London und Paris heranzukommen. Man
knüpfe mit den dortigen internationalen Reisebureaus Ver-
bindungen an.