Erzeugung, Verteilung und Verwendung. 2l
geistigen oder der körperlichen Arbeit, steht deshalb ebenbürtig
neben dem der Gütererzeugung.
Die Verteilung des Einkommens ist aber wiederuni richtung
gebend für das dritte Grundproblem der Volkswirtschaft, nämlich
das der G ü t e r v e r w e n d u n g. Es wird ja nicht wirtschaft-,
lich produziert nur des produzierens halber, wenn auch vielfach
die Schaffensfreude mitspielt, sondern die Produktion steht von
vornherein unter dem Zweckgedanken der Herstellung menschlicher
Bedarfsgüter. Der Bedarf bestimnit Richtung und Umfang der
Produktion; allerdings nicht der Bedarf schlechthin, sondern nur
der zahlungsfähige Bedarf. Vielleicht möchten wir alle lieber
Champagner trinken als Bier, den c^aust lieber in einem Druck
der Doves. preß lesen als auf schlechtem Holzpapier mit abge
nutzten Lettern; wir können nur leider diese schönen Dinge nicht
bezahlen und müssen sie den oberen Zehntausend des Geldbeutels
überlassen, während wir uns an Bier und Reclambändchen halten.
Die Verteilung des volkseinkonrmens, neben seiner absoluten
höhe, bestimmt den Verwendungszweck bis zu einem gewissen
Grade ohne weiteres. Entfällt auf den größten Teil des Volkes
nur eben soviel, daß er davon sein Leben fristen kann, so werden
damit Lebensmittel, Kleidungsstücke, Wohnungen bezahlt und
hergestellt werden. Lin Einkommen über die Lebensnotdurft hin
aus kann entweder zur Kapitalbildung verwendet, also gespart
werden, oder es dient zur Beschaffung von Kulturgütern, vielleicht
allerdings auch zu sinn- und geschmacklosem Luxus, hier zeigt
sich die Verankerung der Volkswirtschaft in der
G e s a m t k u ltu r; die Bildungshöhe, die Weltanschauung eines
Volkes ist in letzter Linie bestimmend und richtungweisend für
seine Wirtschaft.
Gütererz'eugung, Güterverteilung, Güter-
vcrwendung, das ist der geschlossene Kreis der
Wirtschaft, in dem Anfang und Ende zusammenstoßen. In
diesem Kreisläufe spielt sich das gesamte Wirtschaftsleben ab.
A. Die Gütererzeugung.
Der Begriff der Gütererzeugung oder pro-
d u k t i o n ist kein ganz eindeutiger, wir verbinden mit diesem
Begriffe eine anerkennende Wertung; wer produziert, wer schasst,
leistet etwas; und so kann es nicht wundernehmen, wenn die ein-