Object: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die Organisation. 
4. Die Schulung. Ein in steigendem Ausmaß für den Wirtschaftsbetrieb 
wichtig gewordenes Verfahren positiver Auswahl ist die Schulung, die sich sowohl 
auf die Ausbildung praktischer Fähigkeiten als auf die geistig-seelische Erziehung 
richtet. Die Ziele der Schulung können einseitig auf die Erfordernisse des Betriebes 
zugeschnitten sein und dabei wiederum eine fachlich begrenzte Ausbildung oder 
eine mehr allgemeine innerhalb der einzelnen Berufsgruppen bevorzugen. Dies 
hängt stark von der jeweiligen Betriebsart ab: so wird zum Beispiel beim Umgang 
mit schweren und teuren Werkzeugmaschinen und großen Arbeitsstücken, vor 
allem bei verschiedenartigen Erzeugnissen und Einzelfertigung die allgemeine 
Ausbildung bevorzugt werden 1 , während in Spezialfabriken mehr die auf das je 
weilige Erzeugnis abgestellte Sonderausbildung am Platze zu sein scheint 2 . Aller 
dings sind eindeutige Aussagen darüber ohne eingehende Untersuchungen wohl 
schwer zu machen, da eine große Zahl von anderen Umständen bei diesen Über 
legungen mitspricht. Wenn beispielsweise die Kienzle Uhrenfabriken A.-G. in 
Schwenningen betonen, daß sie auch die „Kenntnisse der artverwandten Berufe 
vermitteln“ wollen, um so „die früher herrschende Einseitigkeit der Fabriklehr 
linge“ zu vermindern 3 , so ist offenbar — wie die sonstigen Angaben der Firma be 
weisen — die Scheu vor der Einseitigkeit des Uhrmacherhandwerks, welche ein 
Unterkommen der Leute in anderen Fabriken erschwert und sich im mangelnden 
Angebot geäußert hat, der tiefere Grund 4 . 
In allen technischen Betrieben werden je nach Größe und Leistungsfähigkeit 
der Unternehmung eigene Lehrwerkstätten und Werkschulen eingerichtet, ebenso 
sind im kaufmännischen Betrieb, besonders in den Großbetrieben des Einzelhan 
dels, Verkäuferinnenschulen und besonders vorgebildete und vom Betrieb vorge 
schulte Lehrpersonen vorgesehen. 
Der Unterricht erstreckt sich meist über die ganze Lehrzeit (3—4 Jahre) und beträgt je 
einen vollen Arbeitstag (8—9 Stunden) wöchentlich; das Hauptgewicht liegt auf der Berufs- 
kunde — z. B. im Einzelhandel auf Warenkunde, Verkaufsrechnung und Verkaufskunde — 
sowie auf Gemeinschaftskunde, als die fast immer vorwiegend die Erziehung zu einer engen 
Verbundenheit zwischen dem Unternehmen und Betriebsangehörigen angesehen wird. Be 
sonders das Dinta beachtete gerade dieses Erziehungsziel sehr und führte es auf militär- 
ähnliche Weise durch 5 . Durch wirkungsvolle Aufmachung soll „Ächtung vor dem Betriebe, 
Bewußtsein der Geltung des Werkes und damit auch der persönlichen Arbeit“ geschaffen 
werden 6 . Das ist auch der Sinn des Kernspruchs, der in großen Lettern das riesige Ver- 
Büroindustrie“, 1933. —Erhebung über das Arbeiten an Schreibmaschinen. Z. f. O. — Welches 
Bürogerät ist für meinen Betrieb rentabel ? O. B. B. vom 1. September 1928. — Umdrucken 
oder Durchschreiben ? T. u. W., März 1930. — Prüfung mechanischer Buchführungsverfahren, 
Industrielle Psyohoteohnik, Januar 1930. — Arbeitsgenauigkeit der Schreibmaschinen, Masch. 
Bau, Bd. 11, Nr. 19. —Moede: Gestaltung des Arbeitsplatzes, Z. f. 0., 6. Januar 1927 
und 30. September 1933 sowieInd. Psychotechnik 1926, H. 11. —Eaber: Leistungssteigerung 
beim Maschinenschreiben durch Platzgestaltung. Diss. Dresden 1930. —Cou v e: Grundsätze 
für die Gestaltung und Einrichtung des Büroarbeitsplatzes. Diwiv-Blätter, H. 3, Berlin 1930. 
— Wirtschaftlichkeit von Buchungsmaschinen. Z.f. O., 6. Januar 1931. —Beurteilung von 
Schreibmaschinen. Z. f. O., 30. November 1932. — Moede: Werbsachen-Prüfung, Z.f. 0., 
28. November 1928. — Auslese des besten Entwurfs, Ind. Psyohoteohnik, H. 6/1931. — Be 
wegungsstudien beim Arbeiten mit Stempeln, Ind. Psyohoteohnik, H. 5/1929. — Welches 
Telephonregister ist das beste? Z.f.0., 10. Juni 1929. —Richtlinien für Papierprüfung, vom 
Reichsausschuß für Lieferbedingungen, der noch eine große Anzahl derartiger Lieferungs- und 
Gütenormen herausgebracht hat (s. Handb. d. Rationalisierung, a. a. O.). — Wegener: 
Wirtschaftlichkeit von Buchungsmaschinen. Berlin 1930. — Prelinger: Grundriß der ma 
schinellen Buchhaltung, mit einem Abschnitt: Richtlinien für die Auswahl von Buchungs 
maschinen. 2. Aufl. Stuttgart 1930. 
1 RKW-Veröff. Nr. 87, S. 84/85, Brown, Boveri & Co. AG., Mannheim. 
2 RKW-Veröff. Nr. 87, S. 143, Bruokmann & Söhne, Heilbronn, Silberwarenfabrik. 
3 RKW-Veröff. Nr. 87, S. 149. * RKW-Veröff. Nr. 87, S. 148. 
5 Vgl. hierzu die Richtlinien des Dinta und RKW-Veröff. Nr. 87. 
6 Giese: Methoden .... S. 324.
	        
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