Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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von 57,7 und 29,4, so daß die Sterblichkeit in den günstigen Mo- 
naten nur halb so groß war wie in den ungünstigen. 
Es liegt außerhalb der Aufgabe, in diesem Kapitel diese Er- 
fahrungen weiter zu verfolgen; es ist hier ausreichend, auf das ele- 
mentare Resultat hinzuweisen, welches auch durch andere Beobach- 
tungsreihen bekräftigt wird: daß ein gewisser Zusammenhang zwischen 
Temperatur und Sterblichkeit besteht. Zur weiteren Klärung dieser 
Frage wird sich eine Zusammenstellung der Krankheitsursachen 
besonders der Verdauungskrankheiten, verlohnen. Hier sollen 
jedoch gleich zwei Bemerkungen gemacht werden. Zum ersten 
kann man natürlich die Sterblichkeit nicht unmittelbar aus der Tem- 
peratur berechnen. Im Juli, dem Monat mit der höchsten Durch- 
schnittstemperatur, ist die Sterblichkeit geringer als im August. Hier 
wie überall haben wir eine Kette von Ursachenkomplexen, welche 
die Veränderungen in der Sterblichkeit erklären. Es ist nur die für 
die Jahreszeit ungewöhnliche Temperatur, welche die vorliegenden 
schädlichen Momente erhöht. Zum zweiten wird eine Regel wie 
die gefundene auch nicht ohne Ausnahme gelten. So war z. B. der 
Monat Juli des Jahres 1911 verhältnismäßig heiß, er hatte aber eine 
moderate Sterblichkeit. Die Erhöhung der Monatstemperatur ist nicht 
die einzige denkbare Ursache zu einer Vergrößerung der Sterblich- 
keit. Übrigens wird eine tiefergehende Untersuchung dieses spe- 
ziellen Falles gerade die Regel bekräftigen. Im Juli 1911 trat die 
Wärmeerhöhung erst spät ein, zu Anfang war der Monat sogar kühl 
mit entsprechender geringer Sterblichkeit; nur die letzte Woche war 
ungemein heiß. Folgende Zahlen werden dies beleuchten: 
Die Woche 
endigte 
mit dem 
Durchschnittliche | A 
Temperatur Cr SIETDETAUE 
unter 1 Jahr 
5 
AL 
ud 
Als die Temperatur am Schlusse des Monats Juli stieg, begann 
auch die Sterblichkeit zu steigen.
	        
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