103
von 57,7 und 29,4, so daß die Sterblichkeit in den günstigen Mo-
naten nur halb so groß war wie in den ungünstigen.
Es liegt außerhalb der Aufgabe, in diesem Kapitel diese Er-
fahrungen weiter zu verfolgen; es ist hier ausreichend, auf das ele-
mentare Resultat hinzuweisen, welches auch durch andere Beobach-
tungsreihen bekräftigt wird: daß ein gewisser Zusammenhang zwischen
Temperatur und Sterblichkeit besteht. Zur weiteren Klärung dieser
Frage wird sich eine Zusammenstellung der Krankheitsursachen
besonders der Verdauungskrankheiten, verlohnen. Hier sollen
jedoch gleich zwei Bemerkungen gemacht werden. Zum ersten
kann man natürlich die Sterblichkeit nicht unmittelbar aus der Tem-
peratur berechnen. Im Juli, dem Monat mit der höchsten Durch-
schnittstemperatur, ist die Sterblichkeit geringer als im August. Hier
wie überall haben wir eine Kette von Ursachenkomplexen, welche
die Veränderungen in der Sterblichkeit erklären. Es ist nur die für
die Jahreszeit ungewöhnliche Temperatur, welche die vorliegenden
schädlichen Momente erhöht. Zum zweiten wird eine Regel wie
die gefundene auch nicht ohne Ausnahme gelten. So war z. B. der
Monat Juli des Jahres 1911 verhältnismäßig heiß, er hatte aber eine
moderate Sterblichkeit. Die Erhöhung der Monatstemperatur ist nicht
die einzige denkbare Ursache zu einer Vergrößerung der Sterblich-
keit. Übrigens wird eine tiefergehende Untersuchung dieses spe-
ziellen Falles gerade die Regel bekräftigen. Im Juli 1911 trat die
Wärmeerhöhung erst spät ein, zu Anfang war der Monat sogar kühl
mit entsprechender geringer Sterblichkeit; nur die letzte Woche war
ungemein heiß. Folgende Zahlen werden dies beleuchten:
Die Woche
endigte
mit dem
Durchschnittliche | A
Temperatur Cr SIETDETAUE
unter 1 Jahr
5
AL
ud
Als die Temperatur am Schlusse des Monats Juli stieg, begann
auch die Sterblichkeit zu steigen.