Full text: Vieh und Fleisch in der deutschen Kriegswirtschaft

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Gcldrückvergütung erhielt. Hierbei war immer noch nicht aus 
geschlossen, daß mit den Abschnitten, die einen gewissen Wert dar 
stellten, vom Gastwirt Mißbrauch getrieben wurde, indem er sie etwa 
verhandelte. Einzelne Städte schloffen das technisch aus, indem sie 
vom Verbraucher die Voranmeldung der Karten beim Metzger vor 
der Geltungswochc, also so zeitig forderten, daß innerhalb der 
Gcltungswoche verhandelte Abschnitte nicht mehr mit Erfolg anzu 
bringen waren. Sicherer gingen die Städte, die kurzerhand der 
Kommunalkarte iu den Gastwirtschaften jede Geltung absprachen, 
womit jeder etwa denkbaren Durchstecherei zwischen Gastwirt und 
Metzger vorgebeugt war. 
Der sonach durch das Kundenlistensystem ermöglichten genauen 
WochenbedarfSermittclung hatte die Lieferung des nötige» 
Schlachtviehfleisches zu entsprechen. Der Regelzustand war, daß 
der einzelne Fleischer sich das nötige Stück Vieh oder mehrere 
Stücke erwarb und auf eigene Rechnung schlachtete. 
Hierbei ließen es zahlreiche Kommunalverbände bewenden. Diese 
Form der Bedarfsdeckung zeitigte aber große Nngcnauigkeitcn. Das 
Lebendgewicht eines Tieres läßt sich allerdings genau angeben, die 
Schlachtausbente läßt sich jedoch vor dem Abschlachten nur schätzen. 
Sie hängt vom Alter, Futterzustand usw. ab und schwankt ganz be 
trächtlich. Dazu kommt, daß der Schlächter die Ausbeute durch eigene 
Geschicklichkeit und guten Willen stark beeinflussen kann. Jede 
Schlachtung ergibt Blut, Innereien, Abfälle, Knochen usw. Die 
Frage, wie die Knochen den Kunden zugewogen werden und in welchem 
Maße die als Wurstgut verwendbaren Teile wirklich zu Wurst ver 
wendet werden, ist geradezu „Vertrauenssache". Bekanntlich kann 
zudem Wurst durch Zusätze aller Art gestreckt oder in sehr einwand 
freier Fleischgualität hergestellt werden. Schließlich vermag auch der 
einzelne Fleischer das Frischfleisch zu räuchern und dergl., was eben 
falls die schließlichc Gewichtsansbeute beeinflußt. 
Die einfache Zuteilung von lebendem Vieh vermag infolgedessen 
eine genaue Verrechnung auf die angemeldeten Fleischkarten nicht 
zu bewirken, sondern muß das durch rohe Schätzung ersetzen. Hierin 
liegt für den Fleischer eine starke Versuchung zu geringer Ausbeute, 
um mehr zu erhalten, oder zu hoher Ausbeutung, um Fleisch übrig 
zu behalten. In jedem Falle pflegt es dazu zu führen, daß der 
Kommunalverband mehr Tiere braucht, um den Gesamtbedarf zu 
decken, als andere mit genauer arbeitendem Verfahren. 
Letzteres Verfahren ist darin gefunden worden, daß die 
Schlachtungen zentralisiert werden. Hier darf nicht
	        
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