Full text : Die Preisprüfungsstellen

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preisen  (bei  Obst  z.  33.),  sei  es  in  einem  die  Gestehungskosten  tatsächlich ­
  außer  acht  lassenden  Ansatz  non  Höchstpreisen,  oder  sei  es  im
Ansatz  von  die  wirklichen  Kosten  überschreitenden  Spannungen.  Der
Technik  der  Preisermittelung  dienen  umfangreiche,  sachverständig
vorgenommene  und  sachverständig  nachgeprüfte  Einzelerhebungen  über
die  Gestehungskosten  bei  eingehender  Zergliederung  der  ganzen  Kette
von  Preisbestandteilcn  vom  Kleinhandel  bis  zur  Urerzeugung  und
innerhalb  dieser  wieder  bis  in  die  letzten  Einzelheiten  des  Kostenaufwandes ­
  hinein.
Eine  dermaßen  eingehende  Kostenzergliederung  kennzeichnet,
soweit  sich  das  auf  Grund  der  vorliegenden  Niederschriften  der  wichtigsten ­
  deutschen  Preisprüfungsstellen  beurteilen  läßt,  ausschließlich
die  Preisstclle  München.  Im  übrigen  stehen  die  meisten  Prcisstcllen
schon  bei  der  Ermittlung  unter  dem  Einfluß  von  Vcrsorgungsg
  c  s  i  ch  t  s  p  u  n  k  t  c  n.  Dazu  zwingt  schon  die  Tatsache,  daß  geeignete
Kräfte  für  so  umständliche  eindringende  Kostenermittlung  fehlen,
ferner,  daß  meistens  die  Preisregelung  als  Glied  der  Versorgungsregelung
  auftritt  und  im  Zusammenhang  mit  ihr  erledigt  wird,  nicht
als  für.  sich  bestehende,  nach  eigenen  Gesichtspunkten  und  von  getrennter
Verwaltung  aus  zu  regelnde  Untersuchung.  Zu  Beginn  der  Tätigkeit
vieler  Preisstellcn  mochte  die  Feststellung  des  „richtigen"  oder  „angemessenen"
  Preises  noch  im  Vordergründe  stehen;  auftauchende
Versorgungsschwierigkeiten  wiesen  aber  bald  auf  den  Weg,  den  man
in  die  Worte  gefaßt  hat:  „besser  teure  Waren  als  ideale  Preise  und
keine  Waren!"  Das  ist  die  Art  der  Preisstcllen,  die  sich  bei  der  PreiSermittelung
  leiten  lassen  —  und  vielleicht  leiten  lassen  müssen  —  von
den  tatsächlichen  Preisen  als  Steuerung  der  Warenbewegung,  deren
Preisermittelung  also  ein  „Finden"  des  Preisstandes  ist,  der  die  erforderliche ­
  Zufuhr  ermöglicht  oder  gar  anreizt  („Versorgungspreise"
gegenüber  „Kostcnpreisen").  Diese  Art  Regelung  ist  Versorgungspolitik ­
  im  zufälligen  Gewände  der  Preisermittelung  und  Preispolitik
—  was  bei  allen  jenen  Stellen,  die  als  Verwaltungsstellen  ihrer
Gemeinden  ausdrücklich  mit  der  Versorgung  betraut  sind  oder  praktisch
immer  Versorgungsgesichtspunkte  mit  in  Anschlag  setzen,  auch  weiter
gar  nicht  auffällig  ist.  Wollte  man  sie  restlos  durchführen,  so  wäre
das  freilich  im  Grunde  genommen  eine  Anpassung  an  die  freie  Marktbewegung ­
  mit  all  den  unbefriedigenden,  im  Kriege  zum  Teil  unmöglichen ­
  und  ungesetzlichen  Ergebnissen  einer  derartigen  Anpassung;  denn
wenn  der  Kamps  um  die  Ware  mit  den  Mitteln  des  Preisgebotes
ausgefochten  wird,  so  fehlen  alle  Hcurmungcu  gegen  das  Anziehen  des
Preisstandes,  und  dann  setzt  bei  stark  umworbener  Ware  der  bekannte
            
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