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Das geschah diesmal durch die Militärintendanturen. In den Städten,
in denen es keine Militärmagazine gab, mußten interimistisch besondere
Unterstützungsmagazine eingerichtet werden. An Arbeiten wurde im
Regierungsbezirk Königsberg vor allem der Bau einer Chaussee von
Eylau nach Bartenstein unternommen; hierbei waren im Herbst 1827
1000 Arbeiter beschäftigt. Der Landrat des Kreises Schlochau berichtete
im Mai 1827, daß sich zu den Dammbauten durch den Förstenauer See so
viele Leute drängten, daß ein großer Teil fortgewiesen werden müsse. In
Lithauen hatte Schön Meliorationsarbeiten an Seen und Kanälen ange
ordnet, beklagte sich aber lebhaft über den Widerstand des dortigen Re
gierungspräsidenten Heuer, der das Vorhandensein eines größeren Not
standes nicht anerkennen wollte*).
Im Zusammenhang mit dieser Differenz entwickelte sich im Jahre 1827
ein unerquicklicher Streit der Provinzial- und der Zentralbehörden. Der
vom Staat angekaufte Roggen war in Westpreußen nicht nur als Arbeits
lohn verwandt, sondern auch in Form von Getreidevorschüssen mit der
Verpflichtung nachträglicher Abarbeitung verteilt worden, wie es Flottwell
schon 1825 mit Schöns und Lottums Genehmigung getan hatte"). Hierin
sahen Schuckmann und Motz eine unerlaubte Eigenmächtigkeit der west
preußischen Regierungen und des Oberpräsidenten. Zugleich warfen sie
ihnen vor, daß sie die Not übertrieben darstellten, und beriefen sich dabei
auf das Zeugnis Heners. Sie schickten ohne vorherige Ankündigung einen
Konnnissar in die Provinz, der den Sachverhalt prüfen sollte. Heuer konnte
im Gumbinner Amtsblatt bekannt machen, seine vom Verfahren der übrigen
Behörden abweichende Haltung entspräche den Absichten der Regierung.
Nun setzte sich Schön mit scharfen Worten zur Wehr: das „Verhältnis eines
Oberpräsidenten sei mit dem eines Bürobeamten verwechselt, sei dem eines
Commis gleichgestellt". Er verbat sich jede weitere Unterhandlung und
wandte sich unmittelbar an den König, der, tadelnd und begütigend, beide
Teile zur Ruhe zu bringen suchte 3 ). Schuckmann und Motz beklagten sich
aber aufs neue über die Widersetzlichkeit der oft- und westpreußischen Be
hörden und beantragten im Juli 1828 die Versetzung Schöns, Flottwells
und des Königsberger Präsidenten Medingft. Namentlich Motz führte eine
sehr scharfe Sprache, und bei dem ganzen Streit um ein im Grunde nichtiges
0 Berichte Schöns v. 12. Juli u. 16. Nov. 1827. Königsberg St. A. O. P. V
Nr. 26.
■) Genaueres wurde bestimmt in den Verhandlungen, die Flottwell mit seinem
Danzig er Kollegen Rothe am 8. April 1827 zu Elbing führte. Danzig St. A. 161, 880.
3 ) CO. v. 17. Mai 1828. Danzig St. A. 161,116. Hier findet sich auch der voran
gehende Schriftenwechfel.
4 ) JB. v. 21. Juli 1828. Geh. St. A. 77, 215, 49.