Full text : Das Retablissement Ost- und Westpreußens unter der Mitwirkung und Leitung Theodors von Schön

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Jahre  1871  betrug  die  Schuld  1247000  Tlr.  Erst  1901  konnte  die  letzte
Kriegsschuldobligation  Königsbergs  vernichtet  Werdens.
Der  Treue  Königsbergs  war  der  preußische  Staat  sicher.  Danzig,
den  alten  Freistaat,  galt  es  moralisch  erst  zu  gewinnen.  Man  kam  daher
den  Wünschen  der  Stadt  weit  entgegen.  Sie  erhielt  1817  einen  eigenen
Retablissementsfonds  von  350000;  kleinere  Bewilligungen  für  besondere
Zwecke  kamen  hinzu^).  Vor  allem  wurde  Danzig  hinsichtlich  seiner  Kriegsschulden ­
  anders  behandelt  als  Königsberg.  Die  gesamte  Kriegsschuld  des
Freistaats  wurde  auf  etwa  12  Millionen  Taler  berechnet,  aber  dem  Börsenkurs ­
  entsprechend  auf  33V 3 %  herabgesetzt,  mit  der  Maßgabe,  daß  der  Kurs
in  jedem  Jahr  um  1V 3 %  erhöht  werden  solle.  Zur  Tilgung  und  Verzinsung ­
  trugen  der  Staat  jährlich  115000,  die  Stadt  und  die  zum  ehemaligen
Freistaat  gehörigen  Dorfschaften  30000  Tlr.  bei.  Damit  hoffte  man  die
Schuld  bis  1873  zu  tilgen.  Dies  gelang  aber  schon  1860,  41  Jahre  früher
öte  bei  der  Königsberger  Kriegsschuld.  Schön,  der  an  der  Regelung  der
Angelegenheit  beteiligt  war,  wußte  zu  rühmen,  daß  Danzig  in  seinem  Kriegsschuldenwesen ­
  besser  gestellt  sei  als  jede  andere  preußische  Städte).
Die  Regulierung  der  Kriegsschuld  hatte  Schön  im  Jahre  1821  als  das
beste  Mittel  empfohlen,  uni  der  Danziger  Kaufmannschaft  über  die  Handelskrisis ­
  hinwegzuhelfen,  die,  latent  schon  seit  dem  Kriege  vorhanden,  damals
zu  gefährlichem  Ausbruch  kam  und  alle  größeren  Häuser  in  den  Bankrott
zu  verwickeln  drohte.  Schön  wies  auf  die  schwere  Beeinträchtigung  des
auswärtigen  Kredits  der  Stadt.  „Meinung  läßt  sich  nur  durch  Meinung
Ichlagen,  und  dieser  Schlag  kann  durch  Regulierung  der  Danziger  Kriegslchnld
  geschehen."  Überdies  forderte  Schön  bare  Unterstützungen  für  die
bedrängten  Kaufleute  und  unterstützte  die  Bitten,  die  sie  in  Berlin  vorbrachten. ­
  Daraufhin  wurde  von  Hardenberg  Rother  nach  Danzig  geschickt,
^er  gegen  angemessene  Sicherheiten  Vorschüsse  verteilte  und  zwischen  den
edrohten  Häusern  und  ihren  Gläubigern  einen  Vergleich  zustande  brachte^).
0  Adolf  Schaff.  Die  Königsberger  Kriegsschuldobligationen  1901.  —  Geh.
öt.  A.  89  B  VI  2  und  77.  457.  4.
°)  I.  B.  Bülows  und  Schuckmanns  v.  28.  August  1816.  C.  O.  v.  16.  April  1817.
Geh.  St.  A.  89  B  IV  42.  8.
n  ^  Max  Foltz,  Geschichte  des  Danziger  Stadthaushalts  1912  (Quellen  und  Dar-III
  nt*  * Ur  Schichte  Westpreußens  Bd.  8).  S.  423—431.  —  Aus  den  Papieren
es  f  "ft  '  ~  24 *  April  1824.  Geh.  St.  A.  77,  449,  4.  —  Dem  Staat  gelang
bringen  sr^'  0ro ^ e  Posten  von  Danziger  Obligationen  aus  Privathänden  an  sich  zu
gesetzt  if° n  ^ etl  12  Millionen  waren  Ende  1827  bereits  7  Millionen  außer  Zirkulation
Geb  K?  8 e 0 en  1/  875  Millionen  in  bar.  Rother  an  Lottum  21.  Dez.  1827.
Gey.  ist.  A.  89  t).  in  48.
®sltuio  ins  °4 K an  Hardenberg  3.  Dez.  1821.  Verfügung  Hardenbergs  v.  17.  Dez.  1821.
Ti'  '  Paul  Sirnson,  Aus  der  Zeit  von  Th.  v.  Schöns  westpreußischem
Oberprasidium.  Preuß.  Jahrbücher.  Bd.  109  (1902)  S.  70  s.
            
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