Full text: Das Retablissement Ost- und Westpreußens unter der Mitwirkung und Leitung Theodors von Schön

Politischen Glaubensbekenntnis nach mußte Schön die Institution ver 
urteilen. Aber da sie einmal die Grundlage des Londeskredites war, 
hatte er praktischen Sinn genug, um mit seinen Hilfsbemühungen für 
die Provinz bei der Landschaft einzusetzen. Die grundsätzliche Ablehnung 
des Doktrinärs und der Sinn für das Gegebene, der den Mann der 
Verwaltung auszeichnet, kommen bei ihm in gleicher Weise zur Geltung. 
Es findet ein ständiger Ausgleich widerstreitender Gedanken in ihm statt. 
Das erklärt auch die Verschiedenheit der Beurteilungen, die Schöns Hand 
lungsweise erfahren hat. 
Besondere Aufmerksamkeit verdient das Geschick, mit dem Schön die 
drei Millionen, die ihm bewilligt waren, für die Provinz fruchtbar zu machen 
verstanden hat, indem er die verschiedenen Fonds in kunstvoller Weise 
miteinander verband und auch die als Vorschüsse gegebenen Gelder nach 
ihrer Rückzahlung der Provinz erhielt. Da er die Unterstützungen an die 
Gutsbesitzer nur als Darlehen ausgegeben hatte, konnte er aus den Zinsen 
dieses Kapitals die Pensionen an die Unrettbaren zahlen und aus den rück 
gezahlten Geldern der Landschaft die letzte Aushilfe gewähren. Uber die 
Verwendung des Unterftützungsfonds hat Schön 1834 eine Schlußab 
rechnung geliefert^. Gegenüber dem Voranschlag sind zwar die für die 
einzelnen Gutsbesitzer ausgegebenen Unterstützungen nicht erhöht, wohl 
aber die der ostpreußischen Landschaft zugewandten Gelder, und zwar um 
etwa 750000 Tlr. Denn „zur Abwendung der Generalgarantie" hatten sa 
neben den 1,35 Millionen, die im wesentlichen bis Oktober 1828 ausgegeben 
wordenwaren, 1832 noch sene 400000Tlr. bewilligtwerden müssen. Ausdem 
Unterstützungsfonds hat somit die ostpreußische Landschaft 1,75 Millionen 
Taler erhalten. Insgesamt hat ihr der Staat seit 1807 über 2y 2 Mil 
lionen^), der westpreußischen über 1 Million zukommen lassen^). 
Diese Summe setzt sich zum größeren Teil aus Vorschüssen zusammen, 
die später niedergeschlagen wurden. Auch 1824 waren sa über drei Viertel 
der drei Millionen nur als Vorschüsse bewilligt worden. In die Staats 
kasse ist aber von dieser Summe nichts zurückgeflossen. Aus den Resten des 
Unterstützungsfonds hat Schön Baugelder für die Marienburg und für die 
') Beilage Nr. IV. Eine weitere Abrechnung ist dann nicht mehr er^lgU Nach 
dem eben angesührten Briefe Schöns v. 26. Aug. 1850 ^t er semei - 
Landesunterstützungssonds mit einem Bestand von 20000 Ur. M ^ j gl( , unb 
2 ) Außer den eben genannten 1,75 MM. dre durch EO. - - 0 0000 Nr. 
v. 12. Febr. 1825 niedergeschlagenen Vorschüsse von zusammen e niederge- 
.) Aus dem Unterstützungssonds 718000 Tlr. Außerdem dre 1825 
schlagenen Vorschüsse im Werte von 313000 Tlr.
	        
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