C, Gründe des Geburtenrüdganges 25
und SGebildeten eingelebt hat, daß er 3. SB. bei den hHöhern Beamten amt
tärkiten it, denen damı die mittlern Beamten und weiter die Unter-
beamten folgen. Die Herridenden Xlajfen find in eriter
Qinie für diefeS nationale Unglüc verantwortlich;
Ihr Beifpiel hat dann immer mehr in den breitern Schichten des Volles
Nachahmung gefunden.
Diefent felben Bejtreben einer berechtigt oder unberechtigt geiteigertei
Yebenshaltung entfpringt auch der dringende Wunih der Eltern, die Kinder
nicht bloß in dem Stande und in der Lebenzhaltung zu erhalten, in dem fie
ielbit leben und — glücklich Jein Jollten, jondern fie möglihit über die-
en Standhinauszuheben. Kindesliebe und Eitelkeit vereinigen
lich in dem Ziele: „Die Kinder jollen e& befjer Haben, als wir e& gehabt.“
Bewiß ein berechtigates und lobenswertes Ziel, foweit nicht an
dere, dringendere Rüdfidhten darunter leiden. Aber
e8 ijt eine [Omere Verfündigung und Lebensirrung, wenn die erjte und natür-
Gche Bilicht der Ehe bewußt verfannt und freventlidh verlegt und das
Zehen denen verfagt wird, die ‚ein Anrecht darauf Haben, allein aus dent
runde, daß den bereits von Gott gejhenkten Kindern eine glänzendere
Zukunft gefichert wird. Erjcheint es nicht oft fajt al3 eine gerechte Strafe,
wenn der Tod unter den menigen eiferfüchtig behüteten Kindern grau
jame Ernte hält oder gar vielleicht den einzigen Sohn und Erben dahiu-
“aftt?!
VI Frühe Emanzipation der Kinder gegenüber ihren Eltern
Der reiche Verdienfjt der Kinder gibt diejen die Möglichkeit, den Elterı
Entgelt und Dauk für die großen perjönlidhen und materiellen Opfer der
Bilege und Erziehung zu bieten. Tatfächlich wirkt diejer jedoch oft ir
utgegengefebtenm Sinne, indem er früh daz Gefühl der wirtfHaftlichen
Unabhängigfeit wedt, zu leichtfinnigen Ausgaben in Wirtfhaften und
®oubditoreien, in zweifelhafter SGejellichaft und Vergnügungslokalen uf.
anreizt, zu frühzeitiger Anfnüpfung leihtfinniger Berhältnifje verlodt und
io zu fteigendent Konflikt mit den Eltern führt. Die Mahnungen und Vor-
mürfe werden mürrijd) aufgenommen, der Anteil für die perfönlidhen Be-
dırfnijfe und Uujprüche wird ftetig gefteigert, bis es bahin kommt, daß deu
Eltern nur mehr Roftgeld gegeben wird. Das Beifpiel der ältern Kinder
wirkt ein auf die jüngern, wma3 wieder den Häuslihen Zwijt mehrt. Der
Unwille der Eltern, der Streit der Ge/Hwijter, öfter aber noch die Ver-
Hihrung der „Freunde“, daz Streben nach ungezüigelter Freiheit uud Ge-
nußfucht führen bald dahin, das Elternhaus ganz zu verlafjen, um ein Roft-
%au8 oder eine Schlafitelle zu beziehen oder gar auswärts Arbeit zu fuchen.
Zo it e8 in unjern induftriellen Bezirken fhon vielfach Negel, daß die
Rinder Fich um ihre Eltern menia Himmern oder fich von ihnen ganz lo3iagen,
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