Full text: Bilanztechnik und Bilanzkritik

Rentabilität. 
14] 
Die zahlenmäßige Rentabilität des Kapitals ist 11 %. Ge 
wöhnlich zerlegt man rechnungsmäßig den Jahresertrag in 
Kapitalzins und Unternehmergewinn, rechnet also beispielsweise 
5% Kapitalzins auf die eigenen Mittel, hier auf 100 M. Erst 
über das arbeitslose Einkommen des Kapitalbesitzes hinaus 
gehende Teil des Ertrages ist Vergütung für Unternehmerarbeit 
und Kapitalrisiko. Eine Unternehmung ist erst dann als ren 
tabel anzusehen, wenn der Jahresertrag die verkehrsübliche 
Verzinsung einer Kapitalanlage übersteigt. Gewerbetreibende 
zerlegen den Jahresertrag häufig in drei Teile, unbewußt der 
kehre vom Unternehmereinkommen folgend: Kapitalzins, Unter- 
uehmerlohn für Arbeitsleistung (Meisterlohn) und Unternehmer 
gewinn als Vergütung für Kapitalverwendung und -risiko. 
In ähnlicher Weise berechnen die persönlich haftenden und 
tätigen Mitglieder einer offenen Handelsgesellschaft die Renta 
bilität. Das einem geschäftsführenden Gesellschafter zugebilligte 
De halt ist nicht als Bestandteil der Kapitalrente dieses Gesell 
schafters anzusehen. 
Wesentlich komplizierter sind die Rentabilitätsberechnungen 
bei Aktiengesellschaften 1 ): a) Das Verhältnis zwischen Dividende 
Und dividendenberechtigtem Kapital hat vorwiegend für die 
Aktionäre Interesse. Für diese ist die Rentabilität des Erwerbs- 
Preises der Aktien, die effektive Verzinsung bzw. die Kursrentabili 
tät wertvoller; z B. der Anschaffungskurs einer Aktie wäre 
^58%, mit Rücksicht auf die Nebenkosten 458%%, Dividende 
42%, Rentabilität 5 5 / 10 %. Die Kapitalrente für den Aktionär 
umß etwaige Zuzahlungen ä fonds perdu im Wege der Sanierung 
«der bei der Gründung, den Wert bzw. den Erlös des Bezugs 
rechts und etwaiger sonstiger Leistungen der Aktionäre mit 
berücksichtigen. 
b) Bilanzkritisch und volkswirtschaftlich wichtiger sind die 
Verhältniszahlen vom Standpunkt der Unternehmung. Hier 
interessiert zunächst die Rentabilität der eigenen Mittel. «) Das 
Verhältnis zwischen Jahresüberschuß und dem dividendenbe 
rechtigten eingezahlten Aktienkapital gibt den Gewinn, den das 
i) Vgl. Moll, Die Rentabilität der Aktiengesellschaften, Jena 1908 
Lomnitz, Die systematische Bearbeitung der Veröffentlichungen von Aktien 
gesellschaften, Leipzig 1908.
	        
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