Full text : Bilanztechnik und Bilanzkritik

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162  Ergänzungspoßten.
(Scliadenreserven  usw.).  Größere  Bgdeut"ng  haben  antizipierende ­
  Passivreserven  für  Aktiengesellschaften,  die  eine  künftig 6
Ausgabe  durch  Rückstellung  auf  mehrere  Jahre  verteilen,  z-  B-Talonsteuer-Reserve,
  Gebühren-Äquivalent  bayerischer  Gesellschaften. ­

Buchtechnisch  können  diese  Regulierungsposten  verschieden
behandelt  werden.
1.  Der  betreffende  Posten  wird  klar  und  einfach  als  a)  Einzelposten ­
  mit  dem  betreffenden  Konto  selbst  verrechnet,  z.  B-Versicherungsprämien-,
  Provisions-,  Unkostenkonto  u.  ä.
b)  Umständlicher  ist  die  Einschiebung  eines  Zwischenkontos, ­
  z.  B,  Konto  transitorischer  Zinsen,  Konto  noch  zu  g 6 '
währender  Zinsen,  noch  zu  bezahlender  Banknotensteuer,
Konto  vorausbezahlter  Versicherungsprämien,  Zinsenvortragskonto
  usw.
2.  Verschiedene  ungleichartige  Vortragsposten  werden  a' s
Sammelposten  in  der  B.  zusammengezogen,  z.  B.:
c)  Konto  neuer  Rechnungen  (Aktiva):
noch  laufende  Zinsen  M
vorrätige  Briefmarken  „
vorausbezahlle  Miele  ,,
vorausbezahlte  Versicherung  „
Konto  neuer  Rechnungen  (Passiva);
Rückdiskont  der  Wechsel  M
Rückstellungen  für  Inkassospesen  .  „
noch  zu  bezahlende  Courtage  „
noch  zu  bezahlende  Gratifikationen  „
d)  An  eine  Bilanzverschleierung  erinnernd  ist  die  Eröffnung
eines  Konto  transitorischer  Aktiva  und  Passiva,  eines  Interiinaoder
  Vortragskonto,  das  in  der  B.  summarisch  die  sämtlichen
Verrechnungsposten  aufnimmt,  auf  beiden  Seiten  der  B.  ohne
Spezifikation  erscheint  („Transitorische  Konti“),  in  manchen
Fällen  sogar  nur  den  Zahlenunterschied  dieser  Aktiv-  und  Passivposten ­
  darstellt.  „Das  transitorische  Konto,  eine  Erfindung
verkrachter  Banken,  wurde  ursprünglich  kreiert,  um  faule  Fische
zu  maskieren“  *)•

)  Scherber,  Bilanzen,  Wien  1885,  S.  97.
            
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