Full text: Bilanztechnik und Bilanzkritik

Anleiheschuld in die B. einzustellen, das Obligationszinsenkonto 
aber nicht mit dem nominellen Zinssatz der Anleihe, sondern 
abt dem effektiven Zinsfuß der Darlehnsschuld zu belasten x ). 
«) Der Disagioverlust wird in der Bilanzpraxis verschieden 
verbucht und verteilt. 
1. Der erste Weg ist oben angegeben worden. 
2. Der Disagioverlust wird als Wertergänzungsposten mit 
der Bezeichnung „Disagio“ unter die Aktiva eingestellt (rech 
nungsmäßiges, fingiertes Aktivum, Erfolgsregulierungsposten) 
Und allmählich zu Lasten des Gewinn- und Verlustkontos ab 
geschrieben 2 ); oder es wird alljährlich aus dem Reingewinn ein 
entsprechender Betrag zurückgestellt und der Disagioverlust- 
v ortrag um den gleichen Betrag vermindert 3 ). Mitunter wird 
üu Emissionsjahre zwecks Verminderung des Verlustvortrages 
ein Teilbetrag des Disagioverlusts einer Spezialreserve ent 
nommen 4 ). Die Einstellung der Anleiheschuld mit dem vollen 
Nennwert ist rechnerisch unrichtig. Man müßte den Schuld 
betrag diskontieren, dann würde dem Disagioverlust ein buch- 
uiäßiger Bewertungsgewinn an Diskontzinsen gegenüberstehen, 
dar alljährlich kleiner wird. 
3. Bei geringen Verlustbeträgen und in guten Jahren werden 
Bisagioverluste häufig vollständig dem Emissionsjahre belastet 
(Bisagio an Gewinn und Verlust). 
4. Wenn aus dem Erlös der Anleihe Anlagevermögen be 
schafft wurde, wird der Disagioverlust als Bestandteil der Er- 
^erbskosten des betreffenden Vermögensobjekts dem Anlage 
konto zugeschrieben (Anlagekonto an Disagio) und mit dem 
Anlagewert allmählich abgeschrieben. Die Verluste werden 
: ) Unter den Begriff „Zinsen“ gehören alle Vorteile, die sich der 
Gläubiger für Hingabe der dargeliehenen Gelder ausmacht. (Obligationen- 
Agio.) Entsch. des Oberverwaltungsgerichts in Staatssteuersachen, Bd. III, 
s - 34, 38.) 
s ) Bilanz
	        
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