Inhalt und Form der B.
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Schulden = eigenes Kapital (Reinvermögen); für Kapitalgeseil
schäften:
Aktiva
— Wertberichtigungspost.
285 Mill. Grundkapital
90 Mül
15
6 „
-f Reserven
{ + Reingewinn
-r Reinverlust
(§ 261 •)
Wert der Aktiva .
Abzüglich Schulden
« „ j +
268 Mill.
Reinvermögen .. 111 Mill
bleibt Reinvermögen 111 Mill.
Beide Darstellungsformen zeigen auch die beiden Berech
nungsmöglichkeiten für das eigene Kapital der Kapitalgesell
schaften. Links wird das Reinvermögen mittelbar durch Sub
traktion der Schulden von den Aktiven, rechts unmittelbar
durch Addition der Reinvermögensteile berechnet.
Das Reinvermögen hat den Charakter einer Saldogröße, einer
Differenzgröße. Es bildet den ideellen Anteil, den „freien“ Teil
der Aktiva im Gegensatz zu dem durch die Schulden gebundenen
Teil des Gesamtvermögens. Ist die Unveränderlichkeit des Rein
vermögens oder eines seiner Teile (des Stamm-, des Grund
kapitals) vorgeschrieben, wie bei Kapitalgesellschaften, mitunter
auch durch Vertrag bei Personalgesellschaften, so ergibt sich,
daß jede Erhöhung oder Verminderung des Rcinvermögens bi
lanzmäßig in Erscheinung treten muß, ein Reingewinn als Rein
vermögensergänzung auf der Passivseite, ein Reinverlust als
Wertberichtigungsposten des Reinvermögens auf der Aktivseite.
Aus dem Saldocharakter des Reinvermögens ist zu folgern, daß
die „Deckung“ einer Unterbilanz durch Entnahmen aus einem
Zusatzkapital, also einem Teil des bilanzmäßigen Reinvermögens
oder durch Herabsetzung des Stamm- oder Grundkapitals nur
eine Rechnungsoperation sein kann, eine Umbuchung von einem
auf ein anderes Konto, die die Wertverminderung auch bilanz
mäßig durch Abschreiben des Minderungsbetrages vom Rein
vermögen zum Ausdruck bringt.
Bilanzpassiva und Schulden sind ebensowenig identisch wie
Aktiva und Vermögen oder Eigentum x ). Auf der Passivseite
J ) Besonders deutlich bei den Aktienvereinen; Der Überschuß dw
Aktiva über die Schulden ist Reinvermögen, jener der Aktiva über die
Passiva ist Reingewinn oder Reinverlust.