Full text : Bilanztechnik und Bilanzkritik

Aktiva

Passiva

1  a.  Kasse

3  067

I.  Geschäftsgulhaben  .  .  .  78  229

Wechsel

.  .  .  244  867

Reserven  19  704

Bankguthaben  ..

.  .  .  20  180

II.  Warenschulden  136  956

II  a.  Debitoren

.  .  .1  337  517

Bankkredit  529  184

Waren

.  .  546  242

Kontokorrentschuld.  .1  501  449

lila.  Mobiliar

.  ..  15  406

Hypothekarschulden  .  108  767

Immobilien

.  ..  209  928

III.  Gewinn  2  918

2  377  207

2  377  207

Die  eigenen  Mittel  (I)  betragen  nur  4  %  der  Aktiva,  die
Schulden  (II)  sind  23  mal  so  groß.  Die  sofort  greifbaren  Mittel
(I  a)  sind  rund  10  %  der  Aktiva.  Das  gesamte  Betriebskapital
(Aktiva  I  a  +  Ha)  beträgt  2  151  873,—,  die  kurzfristigen
Schulden  machen  2  167  589,—,  der  nicht  gedeckte
Schuldenrest  ist.  .  .  .  15  716,—.
Die  sofort  greifbaren  Mittel  decken  nicht  die  dringendsten
Verbindlichkeiten.  Fremde  Mittel  können  die  Rente  des  eigenen
Kapitals  steigern  oder  vermindern;  sie  können,  wie  im  Beispiel, ­
  auf  chronischem  Geldmangel  beruhen  oder  einem  dauernden ­
  Kreditbedarf  entspringen,  der  bedingt  ist  durch  die
Größe  des  Umsatzes,  die  Erhöhung  der  Produktivität  u.  a.
Die  im  Beispiel  aufgezeigte  Art  der  Finanzierung  muß  zun»
Vermögensverfall  führen.
Die  Beurteilung  der  Schulden  hat  neben  den  unmittelbaren
Aufwendungen  —  durch  Zinsen,  Rückzahlungsagio  auf  Obligationen, ­
  Provisionen,  Gewinnanteile  —  auch  eine  etwaige  mittelbare ­
  Belastung  des  Betriebes  zu  berücksichtigen,  so  z.  B.  Abnahmeverpflichtungen ­
  gegenüber  den  Kreditoren,  Machteinfluß
des  Gläubigers  auf  die  Verwaltung  der  Unternehmungen  (Banken

222  Kritik  der  Schulden.
die  verfügbaren  Mittel  sein:  die  Liquidität  muß  im  Verhältnis
stehen  zur  Größe  und  Dringlichkeit  der  Betriebsschulden.  Feste
Schulden  belasten  dauernd  den  Ertrag,  vermehren  den  Verlust,
sind  nicht  ohne  weiteres  anpassungsfähig,  bleiben  auch  bei  abnehmender ­
  oder  schwankender  Rentabilität  des  Unternehmens
oder  bei  verringertem  Umsatz  bestehen.
Ein  Beispiel  einer  recht  ungünstigen  Bilanz  bietet  die  folgende ­
  Genossenschaftsbilanz:
            
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