Full text: Bilanztechnik und Bilanzkritik

ZahluDgsbereitschaft. 
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A. 1. Sofort greifbare Mittel: 
a) Bargeld, fällige Zins- und Dividendenscheine, Sorten. 
b) Reichsbankguthaben, mit, Ausschluß des eisernen Be 
standes, für Berliner Banken Guthaben beim Kassenverein. 
Der Kassenbestand kann vorübergehend hoch sein, für die 
Zwecke der B. künstlich erzeugt durch Diskontierung großer 
Wechselmengen bei der Reichsbank, so daß der größeren Flüssig 
keit auch größere Wechselgiroverbindlichkeiten gegenüberstehen; 
denn die Annahme eines Wechsels von der Reichsbank bedeutet 
öoch nicht eine Garantie für seinen tatsächlichen Eingang. 
Thorwart meint, die Ansprüche an die Banken seien gegen Ende 
des Jahres so bedeutend, daß sie darauf verzichten müssen, 
eine Liquidität zu heucheln, die sie nicht besitzen 1 ). 
c) Bankguthaben auf Konto nostro. Daß auch Bankguthaben 
nicht immer sicher und greifbar sind, lehren die zahlreichen 
Bankbrüche der letzten Jahrzehnte. Unter Bankguthaben 
Werden vielfach Forderungen verbucht, die auf den Ausleihungen 
größerer an kleinere Banken beruhen, die richtiger als Debitoren 
^on Banken und Bankiers bezeichnet werden. Das Eaikgut- 
haben ist durchaus nicht immer als leicht greifbar anzusehen 
(Materialien S. 135). 
d) Unter den Wechselbeständen, mit Ausscheidung der In 
kassowechsel, sind bankfähige in- und ausländische Wechsel, 
mit Giro versehen, ohne weiteres anzubringen. Von diesen Be 
trägen müßte ein erfahrungsmäßig bestimmbarer Verlust an 
Wechseln abgesetzt werden. Die Größe dieser Verluste läßt 
sich aus den Berichten der Reichsbank annähernd schätzen 
(Verhältnis zwischen diskontierten und zurückgegebenen Wech 
seln). In Zeiten der Krisen können auch die besten Wechsel 
*ahlungsunsicher werden, aber auch in normalen Zeiten läßt 
sich der Wechselbestand künstlich erhöhen durch Umwandlung 
von Buchforderungen in Wechselforderungen, wenn ein zu hoher 
Debitorenbestand verringert oder Kontokorrentforderungen bei 
Kunden liquidiert werden sollen (Kontenwechsel); oder der 
Bankkunde gibt seine eigenen Akzepte zur Diskontierung, um 
seine Bankschuld zu vermindern. 
1 ) Batikarchiv 1904, Nr. 4.
	        
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