Full text : Bilanztechnik und Bilanzkritik

Zahlnngsbereitschaft

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in  sich  birgt,  dem  Betriebe  vorzeitig  liquide  Mittel  im  Übermaße
zu  entziehen.  Soweit  im  Wege  des  Kredits  nicht  Barmittel,
sondern  andere  Betriebsmittel  erworben  werden,  z.  B.  Waren,
Rohstoffe  usw.,  ergibt  sich  die  Verwendung  solcher  Kreditkapitalien ­
  von  selbst.
Wie  jede  Kritik  der  Bilanzzahlen  muß  auch  das  Verhältnis
der  flüssigen  Mittel  zu  den  nicht  flüssigen  relativ  betrachtet
werden.  Ein  großer  Lagerbestand  an  Waren  oder  Rohstoffen
kann  durch  höheren  Absatz  oder  größeren  Auftragsbestand,
durch  gute  Konjunktur,  günstigen  Einkaufspreis  und  manches
andere  bedingt  sein.  Es  ist  aber  auch  möglich,  daß  Anschaffung
und  Veräußerung  der  Lagerbestände  nicht  im  richtigen  Verhältnis ­
  zueinander  stehen,  daß  der  Unternehmer  auf  seinen
Vorräten  „sitzen“  geblieben,  eine  Absatzstockung  eingetreten
ist,  daß  sich  die  Bedarfsdringlichkeit  des  Marktes  etwas  über
die  normale  Jahreszeit  hinaus  verschoben  hat.  Bestellungen
wurden  rückgängig  gemacht,  beispielsweise  bei  rückläufigen
Preisen,  es  können  Waren  auf  Abruf  verkauft  worden  sein,  die
noch  nicht  bezogen  wurden,  oder  der  Bilanztag  fällt  in  die  Hochsaison ­
  des  Verkaufes  und  bedingt  dadurch  entsprechend  große
Lagerbestände  usf.  Hier  wie  überall  darf  nicht  das  rechnungsmäßige ­
  Ergebnis  der  Bilanzbetrachtung  allein  das  Urteil  bestimmen, ­
  es  müssen  auch  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  der
Unternehmung,  des  Erwrebszweiges,  der  ganzen  Volkswirtschaft
mitberücksichtigt  werden.
Versuchen  wir,  die  Bilanz  einer  Kreditaktienbank,  für  die
die  Zahlungsbereitschaft  im  volkswirtschaftlichen  Interesse  besonders ­
  wichtig  erscheint,  unter  dem  Gesichtspunkt  der  Liquidität ­
  zu  gruppieren.  Ordnen  wir  zunächst  die  Schulden  nach
ihrer  Fälligkeit:
P.  1.  Sofort  fällig  sind:  Scheckguthaben,  „tägliches“  Geld
im  Börsenverkehr,  Depositengelder  mit  täglicher  Kündigung,  der
größere  Teil  des  Reingewinns  einer  Aktiengesellschaft.  Scheckguthaben ­
  als  Grundlage  des  Zahlungsverkehrs  werden  vor  großen
Zahlungsterminen  in  erhöhtem  Maße  abgehoben,  Depositengelder ­
  bleiben  erfahrungsgemäß  kürzere  oder  längere  Zeit  bei
der  Bank.  Die  Auszahlungsbeträge  des  Reingewinns  werden
durch  Beschluß  der  Generalversammlung  sofort  fällig,  scheiden
            
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