Full text: Bilanztechnik und Bilanzkritik

Zalilungsbereitschaft. 
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Die Bilanz des Norddeutschen Lloyd für Ende 1906 ergab in Bar, 
Bankguthaben, Ausständen, Ausrüstungen, Kassenbeständen bei Agenturen 
usw. M 22,05 MilL, wovon als verfügbar schätzungsweise Jl 15 Mill. an 
genommen seien. Dazu kommen M 2,65 Mill. Anzahlungen auf die Neu 
bauten und Jl 18,75 Mill., die aus der Aktienemission zur Verfügung standen, 
so daß als Guthaben insgesamt Jl 36,40 Mill. anzunehmen waren. Dem 
gegenüber waren an Dividende und Tantiemen Jl 8,93 Mill. zu zahlen und 
v on den M 30,40 Mill. Kreditoren an Bauschulden schätzungsweise noch 
■ä 25 Mill. zu decken, insgesamt also rund M 34 Mill., so daß gegen die 
Neubauten nur rund M 2 % Mill. verfügbar waren. 
An Neubauten kommen nun für das Jahr 1907 und etwa für das 
taufende Quartal noch in Betracht: ein neu gelieferter Schnelldampfer mit 
r und M 16 Mill., zwei neugelieferte Reichspostdampfer mit zus. Jl 9 Mill. 
Und ein Frachtdampfer mit Jl 1,50 Mill., ferner die zwei Dampfer zus. 
etwa Jl 4 Mill., ein amerikanischer Fracht- und Passagierdampfer mit 
M, 2,50 Mill., drei chinesische Küstendampfer mit mindestens Ji 1,50 Mill., 
für gekaufte Aktien der Hamburg-Bremer Afrikalinie Ji 2,50 Mill., ferner 
an bereits im Jahre 1907 vom Stapel gelassenen, also demnächst voll zahl 
baren Dampfern: der Newyorker Riesendampfer „Prinz Friedrich Wilhelm“ 
mit etwa Jl 9 Mill., die zwei Reichspostdampfer „Derflinger“ und „Lützow“ 
mit etwa Ji 9 Mill. und der südamerikanische Fracht- und Passagierdampfer 
»Gießen“ mit Ji 2,50 Mill., also im Gesamtbedarf von rund Ji 57 % Mill. 
Dagegen waren außer den obenerwähnten verfügbaren Jl 2% Mill. die in 
gleicher Höhe wie im Vorjahr, nämlich mit Jl 16 Mill. angenommenen 
Rückstellungen, also zusammen Jl 18% Mill., vorhanden, so daß der gegen 
wärtige Geldbedarf des Lloyd mit etwa Jl 29 Mill. zu berechnen ist. 
Im Bau befinden sich zurzeit und sollen in 1908 fertig werden: ein 
Riesendampfer für etwa Ji 15 Mill, und ein Schwesterschifl von „Prinz 
Friedrich Wilhelm“ für Jl 9 Mill., so daß also der Lloyd, wenn er sich 
jedes neuen Auftrags enthalten kann, außer dem jetzt zu deckenden Be 
darf von etwa Jl 30 Mill., noch im laufenden Jahre 1908 aus den Rück 
tagen des Jahres 1908 und durch Emission weitere Jl 25 Mill. zu decken 
bähen dürfte. 
Die liquiden Mittel bilden nicht die einzigen Geldreserven 
einer Unternehmung. Abgesehen von der Möglichkeit der Zu 
führung neuer Mittel durch a) Kapitalerhöhung in den ver 
schiedenen Formen (Einlage, Beteiligung, Umgründung, Aktien 
emission u. dgl.), bei Kapitalgesellschaften mit chronischem 
Geldmangel durch entsprechende b) Sanierungsmaßregeln (Zu 
zahlungen, Zusammenlegung und Ausgabe neuer Aktien), oder 
e) durch Inanspruchnahme des eigenen Kredits (Kontrahierung 
neuer Schulden) gibt es noch andere stille und offene Geld 
reserven. Wir erwähnen beispielsweise den noch nicht erschöpften
	        
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