Full text : Bilanztechnik und Bilanzkritik

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Fasionsbilanzen

Das  Aktienkapital  der  Röhrenwerke  war  1,25  Mill.  Die
S.  378/79  abgedruckte,  dem  Einführungsprospekt  entnommene
Fusionsbilanz  (30.  Juni  1907)  der  Röhrenwerke  berücksichtigt
bereits  die  Fusionsbedingungen.
Zur  Erläuterung  der  auf  der  Passivseite  vorstehender  Bilanz  unter
Verfügungs-Konti  aufgeführten  Posten  sei  folgendes  mitgeteilt;
1.  Das  Aktien-Reduktions-Konto  650  000  Ji  stellt  den  Betrag  dar,  um
den  sich  das  Aktienkapital  der  Röhrenwalzwerke  A.-G.,  Gelsenkirchen-Schalke,
  bei  der  Fusion  mit  den  Wittener  Stahlröhrenwerken, ­
  Witten,  ermäßigte.
2.  Das  Genußschein-Amortisations-Konto  146  700  Ji  stellt  den  Betrag
der  in  den  Geschäftsjahren  1905  und  1906  getilgten  Genußscheinschuld
dar.  Der  Betrag  ist  dem  Jahresgewinn  entnommen  und  hat  daher
aut  der  Passivseite  zu  erscheinen.  Das  z.  Zt.  für  die  Genußscheine
erhaltene  Geld  ist  nicht  zu  Abschreibungen,  sondern  zur  Deckung
der  Kosten  der  Rekonstruktionsanlagen  verwandt  und  durch  Gegenposten ­
  auf  der  Aktivseite  verbucht  worden.
8.  Das  Verfügungs-Konto  belief  sich  ursprünglich  auf  101  960,08  Ji.
Dieser  Betrag  ist  der  Saldo  des  aus  der  Aktien-Reduktion  im  Geschäftsjahre ­
  1901  erzielten  Buchwertes  907  088,82  M  abzüglich
815  128,74  M  Abschreibungen.  In  obiger  Bilanz  beläuft  sich  das
Verfügungs-Konto  noch  auf  40  960,08  M.  Hiervon  dienten  15  000  JL
zur  Auffüllung  des  Reservefonds  von  45  000  Ji  auf  60  000  M.  gleich
10%  des  in  der  Bilanz  investierten  Grundkapitals,  so  daß  auf  diesem
Konto  25  960,08  Ji  verblieben.
Der  so  erzielte  Buchgewinn  822  660,08  Ji  ist  nicht  zu  Abschreibungen
ausschließlich  auf  die  Röhrenwalzwerke  A.-G.,  Gelsenkirchen-Schalke,  benutzt ­
  worden,  sondern  die  Gesellschaft  hat  sich  für  berechtigt  erachtet,
diesen  Betrag  nach  der  Fusion  auf  die  Anlagewerte  beider  Werke  abzuschreiben. ­
  (Fortsetzung  S.  381  oben.)
4.  Beispiel:  Fusion  Dresdner  Bankverein-Mitteldeutsche
Privatbank.
Vereinigungsvertrag  8./14.  Oktober  1909.  Übernahme  des
Bankvereins  auf  Grund  der  Bilanz  vom  31.  Dezember  1908  mit
Wirkung  vom  1.  Januar  1909  ab.  Die  Magdeburger  Bank  gab
17  y 2  Mill.  in  eigenen  Aktien,  wovon  sie  sich  14  Mill.  durch  Kapitalerhöhung ­
  beschaffte;  3,5  Mill.  eigener  Aktien  erwarb  sie  unter
der  Hand  für  4  487  106,72  M.  (Durchschnittskurs  128,209  %
einschl.  Stückezinsen).  Die  Dividenden  für  1909  wurden  von
der  Mitteldeutschen  eingelöst.  Uratauschverhältnis  6000  Dresdner
gegen  5000  Aktien  der  Mitteldeutschen.
            
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