Full text: Bilanztechnik und Bilanzkritik

Konkursbilaiizen. 
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Unterbilanz von rund 20000000 M. Hiervon entfallen nun etwa 7 500000 M 
für auf die Firma zurückgefallene Akzeptverbindlichkeiten von Asmus, 
Wagner und Wesselner Koks- und Kaumazitwerke, wofür nominell Aktiva 
auf Bilanz vorhanden waren, und etwa 2500000 Ji für eingeräumte Blanko 
kredite bei Lütgens und Binstmann usw. und übernommene Bürgschaften 
für verschiedene Interessenten laut Spezifikation im Gläubigerverzeichnis, 
wofür ebenfalls die Firma haftbar gemacht wird. Die weiteren 10000000 M 
finden ihre Erklärung in den vorliegenden, jetzt wegzuschreibenden General 
ankosten und Buchverlusten, aus denen etwa 8 035 000 M Partizipations 
Vertragskonto Wesselner Koks- und Kaumazitwerke, 1 200 000 M Buch 
forderungen an dieselben, 130 000 M Buchforderungen an B. Wagner, 
100 000 M Verlust Grundstück Stralau, 420 000 M Verlust bei Saturn, 
Beteiligung und Aktien, 240 000 M Zinsen- und Kursverlust auf Fonds, 
160 000 M angenommener Verlust auf Grundstücke Mittelweg und Adolfs 
platz, 30 000 M Generalunkosten und Courtagen und 150 000 M Privat 
verbrauch der Gesellschafter und Saläre herausgegriffen werden. 
Die Schulden setzen sich wie folgt zusammen; 
Notleidende Akzepte 8 263 493,10 M 
Eigene Tratten auf andere Firmen 1 790 480,95 ,, 
Buchgläübiger 3 620 751,02 „ 
13 674 725,07 M. 
Überdies waren 6,8 Mill. reine Kreditakzepte vorhanden, 
die von den Beteiligten zurückgenommen wurden. Dadurch ver 
minderten sich die Debitoren und die Akzeptverbindlichkeiten 
um den gleichen Betrag. Die Buchgläubiger betragen 3,6 Mill. 
gegen 7,8 Mill. Ende 1906. Es müssen also große Rückforderungen 
von seiten der Gläubiger stattgefunden haben, worauf das etwa 
um 1% Mill. höhere Akzeptenkonto schließen läßt. Die Effekten- 
depots waren in Ordnung. 
Die Wechselverbindung mit Asmus dürfte sich nach dem 
Bericht der Konkursgläubiger dieser Unternehmung wie folgt 
gestaltet haben: Die Beteiligung von Haller, Soehle & Co. bei der 
Ölmühle betrug 300 000 gegen Gewinn- und Verlustanteil von 
40 % (die Kommanditisten bezogen durchschnittlich 30 000 M. 
Gewinn alljährlich). Die Kommanditisten trassierten den Betrag 
der Kommanditeinlage auf Asmus und entzogen dadurch dieser 
Firma wiederum die Bareinlage. In späterer Zeit ließen sich 
Haller, Soehle & Co. von der Ölmühle Wechselunterschriften als 
Aussteller über den Betrag der Kommanditeinlage hinaus geben.
	        
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