Handwerk und Grossindustrie.)
Die Gewerbestatistik von 1875 constatirt, dass in Preus-
sen von allen im Gewerbebetrieb beschäftigten Personen
2.246,959 oder 62 % dem Kleinbetrieb und nur 1,378,959
oder 38 % dem Grossbetrieb angehörten, wobei Gross- und
Kleinbetrieb unterschieden werden, je nachdem ein Betrieb
mehr als fünf Arbeiter hatte oder nicht. Weitgehende opti-
mistische Schlüsse wurden aus diesen Zahlen gezogen. Noch,
hiess es, hat das Handwerk einen goldenen Boden; noch ist
es der grossen Mehrzahl der Arbeiter möglich, im Kleinge-
werbe zu gesicherter selbständiger Existenz zu gelangen. Die
Fabrikarbeiter, hiess es, haben kein Recht, ihre Interessen
als Interessen des ganzen Arbeiterstandes hinzustellen, die
Klagen, welche sie erheben, die Bewegungen, welche unter
ihnen herrschen, sind nicht die beherrschenden Fragen unseres
gewerblichen Lebens und werden in ihrer Bedeutung über-
+rieben. —
Leider sind diese Schlüsse falsch; wie so oft aus End-
zahlen übereilt geschlossen wird. Engel, der Director des
k. preuss. Statistischen Bureau’s, hat sie auch nicht gezogen;
er hat nur behauptet, der Schwerpunkt liege noch in dem
Kleinbetrieb. Ich will nicht alle — und es sind viele Gründe
— gegen diese Schlüsse anführen; einer genüge: Unter
den 2,246,959 Kleingewerbetreibenden sind 1,.630,488 Sso-
ı) Vortrag, gehalten in der Sing-Akademie zu Berlin am 21, Februar
1880 von A. Held,