Full text: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Arbeit vertraute Familienväter, die über mindejtens 300 Gulden in 
Geld, oder über ein entjpredjendes Eigentum verfügten, zur Anjied- 
(ung zugelaffen werden. Die Zeit der NMapoleonijden Kriege und ihre 
Holgezeit bejtimmten viele DeutjidHe zur Auswanderung; fie folgten 
dem zarijdhen Ruf und Kieken fidhH in den bunt bevölferten, von Ruß: 
[and neu gewonnenen Gebieten nieder, bejonders im Norden des Schwar- 
zen Meeres, Über 50000 deutjde Auswanderer wurden dort in 209 
Kolonien angeliedelt. Die amtlidhe AWnfiedlungstätigfeit dauerte noch 
bis über die Mitte des Jahrhunderts; die größten Züge der deutjdHen 
Einwanderung und die Gründung der meijlten Stammkolonien fallen 
aber in die Zeit der erlten beiden Jahrzehnte nad dem Kaiferlidhen 
Erlaß. 
Ühnlid wie in der Wolgagegend das Saratower Kontor, wirkte 
im Schwarzmeergebiet vom Jahre 1818 an das fogenannte Fürjorge- 
Komitee als befjondere Oberbehörde der Kolonien. Dieles Fürforge- 
Romitee hatte feinen Sig zuerft in Yekaterinoflaw, danadı in Kildhinew 
(in Befflarabien) und zulegt in Odefja. Als 1871 die Koloniften überall 
in Rußland ihre befonderen Privilegien verloren, wurde das Fürjorge- 
Rumitee aufgelölt und die Kolonien den allgemeinen Behörden unter- 
tellt. 
Die Agrarverfaljung der Dörfer und die Selbjtverwaltung der 
Schhwarzmeerdeutjdhen in Dorf und Gebiet (Woloftj) waren ähnlich 
wie die ihrer Bolisgenoffen an der Wolga. Die Auslefe hei der erften 
Anfiedlung hat aber wohl dazu beigetragen, dar im Schhwarzmeer- 
gebiet [on von vornherein ein tüchtigerer MenfdHenfdlag feine Selbfjt- 
verwaltungsorgane für das Allgemeinwohl wirfjamer geftaltete. Das 
äuberte jid) bejonders, als die zunehmende BVolfszahl in den Stamm- 
folonien die Gründung von Tochterkolonien nötig oder erwünfdht madte, 
an der Hilfe, die diejen NMeufiedlungen zuteil wurde. 
Der große natürliHe Zuwadhs der Kolonijten führte zu einer 
tajdhen Ausbreitung ihrer Siedlungen; dazu wirkte teils aud) eine 
Zuwanderung von WolgadeutjdhHen mit. Edmund Schmid*) macht für 
1912 über die Anzahl der Schwarzmeerdeutihen und ihren Landbelig 
jolgende Angaben: 
Souvernement Beljarabien . 
berfon +... 
Taurien . . 
Sekaterinoflaw . 
Shbarlowp  - 
62875 Deutidhe - - 
‘69313 
125875 
24 605 
7580 
35500 
*ı 
a» 
35 
38 
se 
33 
129 
cs 
Donaebie; 
m aanzen: S53E' 
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x. 
*) Die deutjden Kolonien im Schwarzmeergebiet Südruklands — ein 
Yopulär gebaltenes Schriftdhen.
	        
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