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Weichen für Zahnbahnen.
Die Stöße der Fahrschienen werden gegen die der Zahnstange versetzt. In Krüm
mungen muß auch die Leiterzahnstange entsprechend durchgebogen sein, was ihre Her
stellung verteuert, bei der Abtschen Stange ist dieses nicht erforderlich. Man sucht mit
möglichst wenigen Krümmungshalbmessern verschiedener Größe auszukommen, so sind an
der Gornergratbahn (Im-Spur) alle Gleisbögen einheitlich mit 80 in Halbmesser an
gelegt, an der Rigibahn (1435nun-Spur) zumeist mit 180 in.
Der Bau betriebssicherer Zahnbahnweichen machte anfangs Schwierigkeiten.
Auf den Rigibahnen wurde deshalb an den Ausweichestellen
eine Schiebebühne mit Zahnstange zum Umsetzen ganzer Züge
eingelegt. Auch die Pilatusbahn macht von solcher Bühne Ge
brauch. Später gab Abt eine einfache Bauart an, die häufig
auch für die Riggenbachschen Bahnen zur Ausführung ge
kommen ist (Abb. 156). Damit die Zahnräder in den Aus
weichestellen ungehindert über die Fahrschienen kommen, legt
man die Zahnstangen, wie es schon 1847 Cathcart gethan
hatte, nach Abb. 158 u. 159 stets höher als die letzteren. Es
lassen sich dann auch leichter etwa in die Zahnlücken gefallene
Steine beseitigen.
Bei den vereinigten Zahnstangen- und Reibungsbahnen
ist das Anfangsstück einer jeden Zahnstangenstrecke, die Zahn- 162 . Kchi-n-n--mdZ-«g-nd--«se
stangeneinfahrt, besonders zu gestalten, damit die Zähne s-r Stanirriiorntmhn.
der Lokomotiv-Treibzahnräder während der (verlangsamten)
Fahrt, möglichst stoßfrei und sanft zum Eingriff gelangen. Ist dieser erfolgt, so setzt der
Führer auch die Zahnradmaschine in Thätigkeit. Nach Abts Vorgang bei der Harzbahn
Blankenburg-Tanne im Jahre 1885 werden diese Einfahrtstrecken jetzt nach Abb. 157 u.
158 angelegt. In ihnen ist das Zahnstangenstück an einem Ende drehbar und ruht mit
den Fahrschienen und Querschwellen auf kräftigen Federn. Die Zähne des beweglichen
Stückes sind nach dem Einfahrtsende hin abgeflacht, damit die einfahrende Lokomotive
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leichter zum Eingriffe gelangt; gegebenenfalls drückt das Triebzahnrad die Stange nieder,
wobei es langsam gedreht wird, so daß die Zähne schließlich richtig in die Lücken greifen.
Der Schweizer Ingenieur Strub hat für die Jungfraubahn eine neue Zahnstangen
form erdacht (Abb. 159). Sie ist bereits seit 1898 auf der offenen Strecke: Kleine
Scheidegg-Großer Tunnel in Anwendung, desgleichen seit dem Sommer 1899 bis
zu der ersten Tunnelstation (Rothstock). Eigentümlich an ihr sind die seitlich schräg
begrenzten Außenflächen. Diese dienen als Führung einer Schienenzange, deren Maul
enden nach Abb. 160 bis nahe an die Keilflächen der Zahnstange eingestellt sind. Hierdurch
wird das Fahrzeug wirksam gegen das Aufsteigen an den Zahnflanken der Stange