Object: Der Weltverkehr und seine Mittel

167 
Weichen für Zahnbahnen. 
Die Stöße der Fahrschienen werden gegen die der Zahnstange versetzt. In Krüm 
mungen muß auch die Leiterzahnstange entsprechend durchgebogen sein, was ihre Her 
stellung verteuert, bei der Abtschen Stange ist dieses nicht erforderlich. Man sucht mit 
möglichst wenigen Krümmungshalbmessern verschiedener Größe auszukommen, so sind an 
der Gornergratbahn (Im-Spur) alle Gleisbögen einheitlich mit 80 in Halbmesser an 
gelegt, an der Rigibahn (1435nun-Spur) zumeist mit 180 in. 
Der Bau betriebssicherer Zahnbahnweichen machte anfangs Schwierigkeiten. 
Auf den Rigibahnen wurde deshalb an den Ausweichestellen 
eine Schiebebühne mit Zahnstange zum Umsetzen ganzer Züge 
eingelegt. Auch die Pilatusbahn macht von solcher Bühne Ge 
brauch. Später gab Abt eine einfache Bauart an, die häufig 
auch für die Riggenbachschen Bahnen zur Ausführung ge 
kommen ist (Abb. 156). Damit die Zahnräder in den Aus 
weichestellen ungehindert über die Fahrschienen kommen, legt 
man die Zahnstangen, wie es schon 1847 Cathcart gethan 
hatte, nach Abb. 158 u. 159 stets höher als die letzteren. Es 
lassen sich dann auch leichter etwa in die Zahnlücken gefallene 
Steine beseitigen. 
Bei den vereinigten Zahnstangen- und Reibungsbahnen 
ist das Anfangsstück einer jeden Zahnstangenstrecke, die Zahn- 162 . Kchi-n-n--mdZ-«g-nd--«se 
stangeneinfahrt, besonders zu gestalten, damit die Zähne s-r Stanirriiorntmhn. 
der Lokomotiv-Treibzahnräder während der (verlangsamten) 
Fahrt, möglichst stoßfrei und sanft zum Eingriff gelangen. Ist dieser erfolgt, so setzt der 
Führer auch die Zahnradmaschine in Thätigkeit. Nach Abts Vorgang bei der Harzbahn 
Blankenburg-Tanne im Jahre 1885 werden diese Einfahrtstrecken jetzt nach Abb. 157 u. 
158 angelegt. In ihnen ist das Zahnstangenstück an einem Ende drehbar und ruht mit 
den Fahrschienen und Querschwellen auf kräftigen Federn. Die Zähne des beweglichen 
Stückes sind nach dem Einfahrtsende hin abgeflacht, damit die einfahrende Lokomotive 
2300 
<sA y/'A 
<*f VH 
163. ©btrbnu drr MrahtseiUmhn Lauterbrriiinen-Erütschalp. <Gröhte Steigung eov°jm.) 
leichter zum Eingriffe gelangt; gegebenenfalls drückt das Triebzahnrad die Stange nieder, 
wobei es langsam gedreht wird, so daß die Zähne schließlich richtig in die Lücken greifen. 
Der Schweizer Ingenieur Strub hat für die Jungfraubahn eine neue Zahnstangen 
form erdacht (Abb. 159). Sie ist bereits seit 1898 auf der offenen Strecke: Kleine 
Scheidegg-Großer Tunnel in Anwendung, desgleichen seit dem Sommer 1899 bis 
zu der ersten Tunnelstation (Rothstock). Eigentümlich an ihr sind die seitlich schräg 
begrenzten Außenflächen. Diese dienen als Führung einer Schienenzange, deren Maul 
enden nach Abb. 160 bis nahe an die Keilflächen der Zahnstange eingestellt sind. Hierdurch 
wird das Fahrzeug wirksam gegen das Aufsteigen an den Zahnflanken der Stange
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.