Full text: Tote und lebendige Wissenschaft

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heit von Werten; den gegliederten Wert aber erforscht die 
Zurechnungslehre. Ebenso ist Preis nur möglich als gegliederter 
Preis, als Gliederung aller Preise. Die Marktpreise müssen 
daher als Preisglieder des Marktes, d. h. aber: aus Zu 
rechnung der im Markt zusammenhängenden Betriebe be 
griffen werden! Die „Zurechnung" ist daher die universali 
stische Wertbetrachtung, die Marktpreislehre nach Art Ricardos, 
Marrens- oder des Böhm-Bawerkischen „Gesetzes der Grenz 
paare" ist die individualistische Wertbetrachtung. „Zurechnung" 
leitet sich von Gliederung der Leistungen (d. i. der Wirtschafts- 
Vorgänge) ab; jene Marktpreislehre aber muß vom atomi- 
stischen Wertungsakte des Einzelnen ihren Ausgangspunkt 
nehmen, diese Wertungen summierend zusammensetzen, eine 
mechanische Mittelgröße als Preis („Gleichgewichtspreis") 
suchen und verliert auf diese Weise alle organische Gliederung 
der Wirtschaft (s. o. S. 74 über „Gleichwichtigkeit"). 
8. Eigennutz und Wettbewerb*). 
Nach der individualistischen Auffassung ist Eigennutz und 
Wettbewerb ein Erstes und zwar ein von den Individuen, 
die das vollkommen Erste (Primäre) und Einzige in der Volks 
wirtschaft sind. Getragenes. Eigennutz ist ihr eine Äußerung 
individueller Kräfte, Wettbewerb ihr Zusammentreffen. 
Dieses kann wieder als äußerlich beobachtete Erscheinung 
genommen, von der universalistischen Auffassung nicht ge 
leugnet werden, — dennoch ist es nicht richtig. Primär sind 
stets die Gliederungen der volkswirtschaftlichen Kräfte, die 
Ganzheit der Volkswirtschaft und ihre Unterganzen, die 
als Organ und Teilorgan der Gesamtganzheit „Volkswirt 
schaft" sich entfalten und im Rahmen dieses Gesamtganzen 
bestehen. 
*) Einige weitere Ausführungen darüber in meinem Art. „Eigennutz", 
Handwörterbuch d. Staatsw., 4. Aufl., Jena 1925.
	        
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